
SWR Kultur lesenswert - Literatur
Der Podcast bietet die Literatursendung „SWR Kultur lesenswert“ zum Abonnieren. In den einzelnen Ausgaben werden aktuelle Bücher besprochen, Autoren interviewt und Leseempfehlungen gegeben. Die Themen drehen sich um Literatur, Lesen und den Kulturbetrieb.
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Gegenseitige Verknäuelung und Verstrickung: Sebastian Haffners „Der Teufelspakt“
Wiederentdeckung aus dem Jahr 1968: Sebastian Haffners „Der Teufelspakt“ beleuchtet die deutsch-russische Geschichte von der Oktoberrevolution bis zur unmittelbaren Nachkriegszeit.

lesenswert Magazin mit neuen Büchern von Karosh Taha, Adania Shibli, Cristina Rivera Garza, Souvankham Thammavongsa und einem Gespräch über englische Literatur im Buchhandel
Karosh Taha ist zu Gast und erzählt von Kurden im Irak. Adania Shibli schreibt übers Westjordanland. Außerdem lesen wir auf Englisch, zeichnen mit Messern und feilen uns die Nägel.

Ein Geschichtenmesser aus Alaska. Kolonialobjekte aus der Sammlung des Berliner Humboldt Forums
„Objekte widersprechen“ – so heißt eine kolonialkritische Buchreihe der Stiftung Humboldt Forum. Cristina Rivera Garza hat jetzt über ein Geschichtenmesser aus Alaska geschrieben.

Zwitschern im Land der traurigen Orangen: Adania Shiblis neuer Roman „Täuschung"
Westjordanland zur Zeit der Ersten Intifada – Adania Shibli erzählt eindringlich von Unrecht und zerstörten Hoffnungen, folgt aber ausschließlich palästinensischen Narrativen.

„Erst verdoppelt, dann verdreifacht“
Englische Literatur boomt im Buchhandel. Die Zielgruppe ist jung und polyglott. Besonders beliebt sind Klassiker, aber auch Romantasy-Schmöker.

Die Grenzen des grünen Kapitalismus
Jeden Verbrenner durch ein Elektroauto ersetzen? Das ist nicht die Lösung, meint die US-amerikanische Politökonomin Thea Riofrancos. Sie hat ein Buch über Lithium, grünen Extraktivismus und neokoloniale Ausbeutung geschrieben.

Auf „alten Pfaden“ zu neuen Wegen: Alexa Hennig von Langes neuer Roman
Schottische Highlands, sture Köpfe und schmerzliche Erinnerungen – Alexa Hennig von Lange erzählt in ihrem neuen Roman „Alte Pfade“ von einer Abschiedsreise, die Hoffnung macht.

Blättern in einem fremden Familienalbum
Das Private ist politisch. Aber nicht alles Private ist interessant. Gerhard Henschel legt mit „Oma Jever“ einen Band mit Briefen aus dem eigenen Familienarchiv vor. Die Lektüre ist so, als blätterte man in einem fremden Fotoalbum.
Hoffmann & Campe (320 Seiten, 23 Euro)
ISBN 978-3-455-02140-0
6. Mai 2026

Neue Bücher von Jarka Kubsova, Jonáš Zbořil, Dora Kaprálová, Dorota Ambrožová und Ondřej Hübl
Was erzählt die Literatur über ein Land? Wir reisen nach Tschechien und entdeckt eine Literaturlandschaft zwischen großer Erzähltradition und überraschend schrägen Gegenwartsromanen.

„Eine sehr tschechische Art, nichts ernst zu nehmen“
Wie macht man aus der stalinistischen Vergangenheit eine schwarze Komödie? Und wie übersetzt man tschechischen Humor ins Deutsche? Übersetzerin Daniela Pusch erzählt von einem Roman, der mit Geschichte spielt – und doch sehr nah an die Gegenwart kommt.

Der neueste Weird-Fiction-Erfolg aus Tschechien
Ein junges Paar findet ein unheimliches Wesen, aus dessen Körper dünne Kabel ragen wie Insektenbeine. Sie nennen es Flora. Und schon bald entwickelt „sie“ sich zu einer düsteren Mahnung davor, was es heißt, die Grenzen der Natur zu überschreiten. Der Weird-Fiction-Erfolg aus Tschechien.

Leseland Tschechien
Tschechinnen und Tschechen lesen viel und gerne – doch die digitale Ablenkung bedroht die Lesekultur. Die Schulen steuern dagegen und nutzen dafür die traditionellen Lesetagebücher, die oft über Generationen weitergegeben werden.

„Die Viktorka ist immer eine Leerstelle“
Wer war die wirkliche Viktorka? In ihrem neuen Roman „Im Licht des neuen Tages“ begibt sich Jarka Kubsova auf die Spuren einer Frau, deren Geschichte durch Božena Němcovás berühmten Roman „Die Großmutter“ geprägt wurde. Im Gespräch erzählt sie von historischem Unrecht, ihrer eigenen Wiederannäherung an Tschechien – und dem besonderen tschechischen Humor.

Blick aufs Dasein aus der Fliegenperspektive
Eine Fliege als Erzählerin – und eine ganze Stadt als Schauplatz: In „Die Mariborhypnose“ blickt Dora Kaprálová aus ungewöhnlicher Perspektive auf das slowenische Maribor.

Die schwierigen Jahre: „Göre“ von Dorota Ambrožová
Hanka ist fünfzehn und verliebt sich in einen verheirateten Mann. Die tschechische Autorin Dorota Ambrožová erzählt in „Göre“ von Begehren, Selbstsuche und dem schwierigen Erwachsenwerden.

Die Widerständigkeit der ukrainischen Literatur. Ukrainische Erzählungen zusammengestellt von Katja Petrowskaja
Zurück zu dem, was einmal Zukunft war: Die 13 Erzählungen im Band „Der Schaffner wollte die Kerzen nicht anzünden“ führen uns in die Ukraine des frühen 20. Jahrhunderts. Ausgewählt von Katja Petrowskaja, lassen sie uns teilhaben an Fortschritt, Umbrüchen und Revolution.

„Das Pfarrhaus“ - Carys Davies erzählt von Indien und seinen Konflikten
Mitten in einer Lebenskrise reist der englische Bibliothekar Hilary Byrd nach Indien. Dort verliebt er sich und wird in die Glaubenskämpfe im Land verwickelt.

Eine literarische Baumumarmung
Aya Kōda und die Bäume - eine Verbindung, die weit über die bloße Betrachtung der Natur hinausgeht und in die Sphären von Erinnerung, Identität und Sinnsuche vordringt.

Der neue Schriftstellerroman von Michael Kleeberg: „Achilles in Taormina“
Michael Kleeberg begleitet einen von Hemingway besessenen Forscher bei seinen obsessiven Recherchen. Diese zeigen einen Mann voller Widersprüche jenseits gängiger Mythen und Klischees.

Die Vergangenheit mitdenken – Shida Bazyar und ihr Roman „Die Lücken“
Shida Bazyar füllt die Lücken in der Geschichte eines Ortes mit Erzählungen von Fremdheit, Zugehörigkeit, Vertreibung und Heimat. Ein Panorama der letzten hundert Jahre.

Auf der Suche nach den Lücken in der Hundeheimat
Neue Bücher von Shida Bazyar, Don Pablo Mulemba, Valeria Gordeev und Emma Cline - und „Frankenstein“ als wunderschöner Comic

Mary Shelleys „Frankenstein" als Comic
Mary Shelleys „Frankenstein“ ist über 200 Jahre alt und doch zeitlos. Der französische Künstler David Sala hat die Geschichte über Menschlichkeit als faszinierenden Comic umgesetzt.

Ein komisch-zärtlicher Roman über zwei Brüder: „Frankie und Freddie“ von Sven Regener
Eine verschwundene Tasche und zwei Brüder im Westberliner Winter: In „Frankie und Freddie“ macht Sven Regener aus einer kleinen Odyssee eine große Geschichte über Familie, Angst und Veränderung – menschlich, melancholisch und sehr komisch.

Kühner Roman von Emma Cline: „In die Schweiz“
Wie erinnert man sich an sein Leben, wenn man seiner Wahrnehmung nicht mehr trauen kann? Emma Cline erzählt in ihrem kühnen Roman „In die Schweiz“ von einem Demenzkranken, der sterben will.

Brückenbauen statt „Traumastriptease“: Don Pablo Mulemba über „Hundeheimat“
Die unbeschwerten 2000er? Journalist und Podcaster Don Pablo Mulemba schreibt in seinem Buch auch von dem Rassismus, den er als Heranwachsender im Osten Deutschlands erlebt hat.

Geistreich und herrlich grotesk: „Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle“ von Valeria Gordeev
Lange wurde der Debütroman der Ingeborg-Bachmann-Preisträgerin erwartet. Nun hat die in Tübingen geborene Autorin Valeria Gordeev eine großartige Geschichte vorgelegt, die zwischen Berlin und Moskau changiert und eine Vielzahl absurder Episoden in Gang setzt.

Wie hältst du es mit Europa? „Spaltungslinien“ von Philip Manow
Der Politikwissenschaftler Philip Manow hält links und rechts für ungeeignet, heutige Konflikte zu erklären. Er empfiehlt auf die Haltung der Parteien zu Europa zu schauen.

Rekonstruktion eines kurzen Lebens: „Cedrick“ von Gish Amit
Ein israelischer Lehrer erfährt vom Tod eines ehemaligen Schülers im Gaza-Krieg. Cedrick, Sohn philippinischer Gastarbeiter, war Reservist der Armee - keine Selbstverständlichkeit.

Freddie Mercurys Leben in seinen Liedern: „Ein Leben in Songs" von Mary Austin
Notizbücher, Skizzen und bisher unveröffentlichtes Material, darunter alternative oder verworfene Strophen zu Songs von Freddie Mercury. Fotos und Anekdoten über den Künstler und seine Band Queen. Aufgeschrieben und zusammengestellt von seiner langjährigen Freundin Mary Austin.

Der Krieg mit anderen Mitteln: „Die Liebeshungrigen“ von Karine Tuil
Sie sind berühmt und fürchten den Absturz. Ex-Präsident Dan Lehmann ist schon im freien Fall, die Frauen um ihn kämpfen noch. Davon erzählt Karine Tuil in „Die Liebeshungrigen“.

Freiheit, Barbarei und Aliens
Mit neuen Büchern von Maxim Biller und Dana Vowinckel, mit einem Gespräch mit Ingo Schulze und mit einem Überraschungsbestseller der Science-Fiction-Literatur.

Die Welt in einer Kneipe
Wieviel Güte ist in der Welt? Die Norwegerin Vigdis Hjorth macht in ihrem neuen Roman „Der gute Mensch von Sandvika“ eine Kneipe zum Zentrum des Geschehens.

Zurecht gehyped? Sci-Fi-Reihe „Dungeon Crawler Carl“
Monster, Gaming und schwarzer Humor: Matt Dinnimans Erfolgsreihe ist unterhaltsam und offenbart dabei einige blinde Flecken.

Und täglich grüßt das Sommerhaus
Mit seinem Roman Jetzt beginnt das Leben setzt sich der schwedische Autor Alex
Schulman einmal mehr mit der Kindheit auseinander.

„Anton und Alma“ – Der neue Roman von Dana Vowinckel
Dana Vowinckel erzählt in ihrem zweiten Roman die herzzerreißende Geschichte von Anton und Alma – eine Liebe, die an den fatalen Verhältnissen unserer Zeit zerbricht.

Fortwährender Hass auf Juden – Maxim Billers „Schwarze Samstage“
Der „Roman eines Jahres“, der ein Roman des Jahres ist: Maxim Biller schreibt in „Schwarze Samstage“ über einen uralten Hass, der nicht aus der Welt zu schaffen ist.

Fundiert Fluchen: „Die hohe Kunst des Schimpfens“
Von der Antike bis heute: Der bibliophile Band „Die hohe Kunst des Schimpfens“ versammelt virtuose, bösartige und witzige Beschimpfungen und zeigt die Sprachkunst des Fluchens.

500 Jahre gewaltsame Kulturkontakte: Karin Harassers „Des Teufels Leibspeise“
500 Jahre gewaltsame Kulturkontakte: Karin Harrasser erzählt selbstreflexiv und herausfordernd „Verschlingungsgeschichten“ zwischen Südamerika und Europa.

Ein vielschichtiges und lebendiges Bild des Sudan
Wie sah das Leben im Sudan bis in die 1980er Jahre hinein aus? Stella Gaitano verbindet in ihrem klugen Roman „Eddos goldenes Lächeln“ Familien- mit Zeitgeschichte.

Norbert Scheuer: „Das hat sich tief bei mir eingegraben, und es war nur eine Frage der Zeit, bis das in einen Roman einfließt“
In seinem so poetischen wie unheimlichen neuen Roman „Holunderholz“ erzählt Norbert Scheuer von einer gewaltigen Explosion und ihren Folgen.

Schnecken, Katalogbräute und ein Krieg: Maria Revas „Ein Königreich für eine Schnecke“
Schneckenschützerin Jewa und Aktivistentochter Nastja entführen Heiratstouristen aus Kiew in der Nacht der russischen Invasion. Maria Revas Roman ist rabenschwarz und klug.

Die Eifel und die Einsamkeit: Norbert Scheuers „Holunderholz“
Norbert Scheuer schreibt mit „Holunderholz“ seine Eifel-Saga fort. Der neue Roman ist so poetisch wie verstörend.

Lebensrealität muslimischer Frauen in Südindien
Endlich sind Banu Mushtaqs Erzählungen „Meistens bleibt ja die Frau zu Hause“ auf Deutsch erschienen. Die Gewinnerin des International Booker Prize prangert das Patriarchat in Heimat Indien an.

Kleiderhaufen als Tatort einer Affäre: „Auf den Bildern“ von Annie Ernaux und Marc Marie
Ein ungewöhnlicher Text der Literaturnobelpreisträgerin: Annie Ernaux und Marc Marie schreiben über Fotos ihrer Kleiderhaufen, den Spuren ihrer leidenschaftlichen Affäre.

Neue Bücher von Annie Ernaux, Maria Reva, Norbert Scheuer, Clemens J. Setz und Banu Mushtaq
Mit neuen Büchern von Annie Ernaux und Clemens J. Setz, Stories der Booker-Prize-Gewinnerin Banu Mushtaq, einer Schneckenforscherin in der Ukraine und mit dem Autor Norbert Scheuer auf Krater-Expedition in der Eifel

Clemens J. Setz: „Man ist rettungslos allein und doch haben wir die Kunst“
Clemens J. Setz ist bekannt für seine rätselhaften Texte. In seinem neuen Erzählband „Mein Leben als Noiseband“ treffen wir auf Figuren, die dem Autor nicht unähnlich sind.

Ein Heimatdichter im besten Sinne: Walle Sayers neuer Gedichtband
Der im Schwarzwald lebende Walle Sayer ist ein Dichter in Randlage, mit Blick für das Überraschende. Sein neuer Band „Etwas wie ein Koffer, aus dem ein Hemdzipfel schaut“ überzeugt.

Zen, Zorn und Zeitgeist: Kathrin Fischers „Achtsam geht die Welt zugrunde“
Achtsamkeit als Selbsttäuschung der Mittelklasse: Kathrin Fischers „Achtsam geht die Welt zugrunde“ ist ein wütender Essay über Rückzug, Privilegien und politische Ohnmacht.

Erzählen gegen den Tod: „Mein privates Glück“ von Michael Köhlmeier
Ein Lebensbuch. Ein Erinnerungsbuch. Ein Buch über das Leben und den Tod: Michael Köhlmeier legt mit „Mein privates Glück“ viel mehr als nur eine Autobiographie vor. Es ist ein Roman über die Kraft des Erzählens.

Wie China Taiwan erobern könnte: „Wenn China angreift“ von Andreas Fulda
Wie würde ein chinesischer Angriff auf Taiwan ablaufen? Der Politologe Andreas Fulda entwirft ein Szenario und fragt, wie sich die Inselrepublik verteidigen könnte.

Die Autorin Anne Weber empfiehlt Robert Walser
Regelmäßig fragen wir Autorinnen und Autoren, welche Bücher ihnen zuletzt gefallen haben. Anne Weber hat Robert Walsers „Der Räuber“ wiedergelesen und liebt seine Sprunghaftigkeit.

Konfliktreiches Coming-of-Age in Indonesien: „Bellende Katzen“ von Eka Kurniawan
Sato Reang will nicht mehr beten. Doch sein Vater zwingt ihn in die Moschee. Kurniawan liefert mit „Bellende Katzen“ ein konfliktreiches Coming-of-Age im muslimischen Indonesien.

Neue Bücher von Eva Menasse, Hannah Mann, Sara Rai, Eka Kurniawan und ein Lesetipp von Anne Weber
Wir verkaufen mit Eva Menasse ein Haus und lesen mit Hannah Mann und Sara Rai Familiengeschichten. Anne Weber empfiehlt Robert Walser. Und Eka Kurniawan will nicht mehr beten.

Im Treibsand der Vergangenheit
Eine indische Autorendynastie, die an die Manns erinnert: Die Autorin Sara Rai erzählt ihre Familiengeschichte, zu der auch Nationaldichter Munshi Premchand gehört, ihr Großvater.

Heinrich Manns Urenkelin legt ihr Debüt vor mit „Zeppelin und Karpfen“
West-Berlin 1988. In ihrem autobiographisch inspirierten Debüt erzählt Hannah Mann von der Heimatsuche einer Familie mit osteuropäischen Wurzeln.

Eine Satire auf Wettbewerb und Leistung in Bonbonfarben
In ihrer Graphic Novel „Ich will nicht arbeiten“ schickt die Zeichnerin Nele Jongeling ihre Figuren in ein so absurdes wie komisches Auswahlverfahren. Es geht um Selbstoptimierung und den vermeintlichen Traumjob für jeden. Eine Satire auf Arbeit als Lebenszweck - in Bonbonfarben mit herrlich überzeichneten Figuren.

Rosarote Barbie-Welt? Von wegen! Tarpley Hitt über Barbie-Produzent Mattel
Der Kino-Hit „Barbie“ erzählt von einer abenteuerlichen Reise aus der rosaroten Barbie-Welt in die der Menschen. Weniger phantasievoll, aber mindestens genauso turbulent und filmreif ist die von erbitterten Machtkämpfen und fragwürdigen Erfolgsstrategien geprägte Geschichte des Herstellers Mattel, die die Journalistin Tarpley Hitt in „Barbieland“ nacherzählt. Schnell wird klar: Die Barbiepuppe ent

Auf der Suche nach dem Weg ins Leben
Die Banlieues, die tristen Vorstädte französischer Metropolen: sie sind die Sackgasse für Hunderttausende jugendlicher Einwanderer. Der Algerienfranzose Mokhtar Amoudi erzählt in seinem Debütroman von Skander, der in diesem Milieu dennoch seinen Weg sucht.

Urszenen des Kapitalismus
Bevor die britische Regierung die Kolonialherrschaft in Indien übernahm, übte dort eine Londoner Aktiengesellschaft, gestützt auf eine starke Militärmacht, die Hoheitsrechte aus. Diese erstaunliche Geschichte erzählt William Dalrymple in „Anarchie. Der verhängnisvolle Aufstieg der East India Company“.

„Man kann ja nicht nur dasitzen und vor sich hin leiden.“
Coming-of-age in Harare: Jedza zieht in die Stadt und sucht dort seine verschwundene Schwester. Ein von viel Musik inspirierter Debütroman.

Der Versroman „Golden Gate“ von Vikram Seth
Ein 300-seitiger Versroman! Vikram Seth hat mit „Golden Gate“ ein unzeitgemäßes Reimwunder vollbracht. Übersetzer Christophe Fricker steht ihm sprachspielerisch in nichts nach.

Etiketten sind etwas für Apotheker: Jeet Thayil über „Chelsea Girls“
Jeet Thayil empfiehlt „Chelsea Girls“ von Eileen Myles. „Das Buch ist bewegend“, sagt Thayil, der das internationale literaturfestival berlin kuratiert und Myles eingeladen hat.

Masala und Diskurs – Zwei neue indische Großromane
Kiran Desai und Devika Rege erzählen in neuen Romanen vom Indien der Gegenwart. Booker-Preisträgerin Desai enttäuscht jedoch erzählerisch, während die Debütantin Rege überzeugt.Kiran Desai - Die Einsamkeit von Sonia und Sunny
Aus dem Englischen von Robin Detje
S. Fischer (752 Seiten, 28 Euro)
ISBN 978-3-10-015338-8
25. März 2026
Devika Rege - Die rastlosen Jahre
Aus dem indischen Englisch von Barb

Neue Bücher von Vikram Seth, Eileen Myles, Kiran Desai, Devika Rege, Farai Mudzingwa und Marlene van Niekerk
Wir besprechen neue Bücher aus Indien und dem südlichen Afrika. Die aber alle auch von den USA und Europa erzählen. Historische Verflechtung!

Ein Augenblick der Schwäche
Ein Roman über das Glück und wie leicht man es verspielen kann: Dror Mishanis neues Buch „Nicht“ ist ein raffiniertes Spiel um die Frage, wie Zufälle und fatale Entscheidungen ein Leben aus dem Gleichgewicht bringen können.

„Blühende Landschaften“ – wie Schlagworte ein Land prägen
Wirtschaftswunder“, „Blühende Landschaften“ oder „Wir schaffen das“ – das sind wohlbekannte Parolen. Bruno Preisendörfer erzählt entlang solcher Schlagworte deutsche Nachkriegsgeschichte neu und zeigt hintergründig, witzig und substantiell, wie Schlüsselworte von gestern Realität von heute formen.

Zorniger Trip durch Putins Reich
Der russische Schriftsteller Viktor Jerofejew begibt sich auf eine Besichtigungstour durch die Schreckenszonen der russischen Gegenwart. Sein Reisebericht heißt: „Die neue Barbarei. Romanfantasie über die russische Schuld“.

Weit weg sein und zu sich kommen: Martina Zschockes „Reisepsychologie“
Wieso fahren wir in Urlaub? Mit vielen Fragen rund um das Reisen befasst sich die Psychologin Martina Zschocke in ihrer umfassenden, dabei praxisnahen und gut lesbaren Darstellung.

Wie Literatur Halt gibt, wenn Hass die Öffentlichkeit vereinnahmt: „Lesen per se ist schon widerständig“
Das Sachbuch „Und jetzt queer! Lesen jenseits der Norm“ von Bianca-Maria Braunshofer, Marlon Brand und Tobi Schiller zeigt, wie Literatur queeres Leben sichtbar macht.

Tod des Autors im Luxushotel: Slata Roschals neuer Roman
Ausbeutung und Selbstausbeutung in Arbeitsmigration und Literaturbetrieb: Slata Roschals dritter Roman erzählt von der Welt der feinen Unterschiede.

Spannend, komisch, traurig und klug: Yael Inokais neuer Roman „Die Auster“
Ein nobles Kaufhaus und ein rätselhafter Mord in Berlin. Yael Inokai setzt auf Reduktion und beeindruckt durch die ungewöhnliche Erzählperspektive.

Neue Bücher von Liz Nugent, Yael Inokai, Slata Roschal und Özge Inan
Von Luxushotel bis Nobelkaufhaus: Vier neue Romane über Lügen, Klassenkampf, Mord und ein Sachbuch über queere Literatur

Özge Inan: „Ich mache mich als Autorin mitschuldig an dem, was ich beschreibe“
Im Roman „Die Dichterin“ geraten eine gefeierte Lyrikerin und eine junge Journalistin aneinander. Wie viel Lüge braucht der Literaturbetrieb?

„Wenn ich dieses Buch lesen würde, würde ich es gegen die Wand werfen“
Die Wahrheit kann alles zerstören: Liz Nugents neuer Roman „Die Wahrheit über Ruby Cooper“ entfaltet seinen psychologischen Sog mit enormer Wucht.

Lieben mit Preisschild
Was passiert mit der Liebe, wenn der eine nie über Geld nachdenken musste und die andere jeden Euro zweimal umdreht? Ruth Maria Thomas erzählt in „Die zweitgrößte Liebe“ von einer Beziehung, in der Gefühle und Geld untrennbar miteinander verwoben sind.

Auf der Suche nach „Zukunftsmut“. Gabriele von Arnims Tagebuch der Polykrise
„Wie können wir uns angesichts der Ereignisse in der Welt Mut und Zuversicht bewahren?“ fragt sich Gabriele von Arnim in ihrem Tagebuch des Jahres 2025, in dem die politische Welt sich veränderte.

Wie eine Frau gegen ihre Seelenqualen kämpft
Die namenlose Erzählerin führt ein scheinbar normales Leben, bis ein Ereignis sie völlig aus der Bahn wirft. Diagnose: Posttraumatische Belastungsstörung. Der Roman „Aus dem Dunkel“ von Naja Marie Aidt schildert sehr berührend, wie sich die Protagonistin zurück ins Leben kämpft.

Macht und Sex im antiken Rom
Valeria Messalina entstammte dem römischen Hochadel. Mit ihrem Ehemann Claudius bestieg sie 42 nach Christi den Thron. Messalina war schön, sexuell aktiv und eine mächtige Intrigantin. Doch zum Symbol von Nymphomanie und Habgier stilisierten sie später römische Geschichtsschreiber. Die Historikerin Honor Cargill-Martin macht sie auf die Spur Messalinas, um ein anderes, geschichtlich fundiertes Bil

Wie kann man einen Krieg verhindern? Odd Arne Westadts „Der kommende Sturm“
Welche Lehren aus dem Ersten Weltkrieg helfen, heute einen Krieg zwischen Großmächten zu verhindern? Historiker Odd Arne Westad geht dieser Frage in „Der kommende Sturm“ nach.

Italien mit der Seele suchend: „Olevano“ von Golo Maurer
Im frühen 19. Jahrhundert erfanden Maler in einem italienischen Bergdorf die deutsche Kunst - so Kunsthistoriker Golo Maurer, er führt uns von Weimar über Rom nach Olevano.
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