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Erschöpfung statt Gelassenheit - Warum Achtsamkeit die falsche Antwort auf ziemlich jede Frage ist

Erschöpfung statt Gelassenheit - Warum Achtsamkeit die falsche Antwort auf ziemlich jede Frage ist
Immer mehr Menschen strengen sich an, gelassen, achtsam und glücklich zu werden. Sehr viele sind stattdessen erschöpft, gestresst und einsam. Der Podcast untersucht, wie und wodurch wir in westlichen Industriegesellschaften zu gestressten, statusempfindlichen, ängstlichen und ichbezogenen Konsument*innen geworden sind, die ihr eigenes Selbst permanent mit Yoga, Meditation und positiver Psychologie verbessern wollen. In Gesprächen wird der Terror der Achtsamkeit kritisch hinterfragt.
Folgen
43. Annette Kehnel: Alte Weisheit statt ewiges Wachstum – Vom Mittelalter lernen
Finster, brutal, abergläubisch: So stellen wir uns das Mittelalter vor. Das stimmt nicht, sagt die Historikerin Annette Kehnel. Unser Bild dieser Epoche, schreibt sie, prägte stark das 19. Jahrhundert. Diese Zeit inszenierte sich selbst als Höhepunkt der Geschichte. Kehnel entdeckt in den tausend Jahren zwischen 500 und 1500 n. Chr. sogar Ansätze, die uns in den heutigen Krisenzeiten helfen können
42. Christine Büchner: Wenn Gelassenheit nicht Teflon ist: Mystik, Wut und Weltveränderung
Mehr Gelassenheit im Alltag: Das versprechen die meisten Achtsamkeitspraktiken. Meist gilt Gelassenheit dabei als psychische Ressource, die helfen soll, Belastungen zu bewältigen. Über dieses Verständnis hätte sich der mittelalterliche Mystiker Meister Eckhart gewundert. Er gilt als Erfinder des Wortes „Gelazenheit“ - ein radikales „Sich Lassen“: das Loslassen des eigenen Wollens, Habens und Wiss
41. Johannes Ahrens/Kathrin Fischer: Achtsam geht die Welt zugrunde
Meditation, Journaling, Atemübungen – immer mehr Menschen nutzen Achtsamkeitspraktiken als Zuflucht vor den Krisen unserer Zeit. Doch statt zu mehr Ruhe und innerer Stärke zu führen, treiben diese Techniken nicht selten noch tiefer hinein indas Hamsterrad aus Selbstoptimierung und Erschöpfung. Achtsamkeit ist längst nicht mehr bloß eine persönliche Praxis, sondern hat sich zur Ideologie entwickelt
40. Gunda Windmüller: Der erfundene Ursprung – Yoga-Mythen zwischen Markt und Selbstfürsorge
Yoga gilt als uralte indische Weisheit, deren Ursprünge 5000 Jahre alt sind. Eine Weisheit, die Körper, Geist und Seele verbindet und damit „innere Glückseligkeit“ und „Einheitmit dem Universum “ verspricht. Yoga ist, heißt es, kein Sport, sondern eine authentische spirituelle Praxis. Energiearbeit, Mantras und Sanskrit-Begriffe verstärkendiesen Eindruck.Leider Unsinn, sagt Dr. Gunda Windmüller, K
39: Sighard Neckel: Klimawandel und das Trilemma der Gleichzeitigkeit: Rückzug oder Utopie?
Der Bundesnachrichtendienst zählt den Klimawandel zu den fünf größten Bedrohungen für Deutschland – neben Russland, China, Cyber-Gefahren und Terrorismus. Warum aber scheitern unsere politischen Bemühungen, diese Gefahr abzuwehren?Der Hamburger Soziologe Sighard Neckel sieht das Problem in seiner Größe und Gleichzeitigkeit: Kapitalismus, Ökologie und Demokratie geraten zunehmend in Konflikt. Ob de
38. Johanna Lemke/Sabrina Rox: Januar-Aufräumeritis: Achtsamer Minimalismus und das Chaos der Welt
Im Januar herrscht Aufräumeritis. Alle haben gute Vorsätze. Dazu gehört auch: Mehr Ordnung. Weniger Kram. Die Wohnung und die Seele entrümpeln und leicht und frei ins neue Jahr starten. Loslassen und achtsam minimalistisch wohnen. Der Markt dafür wächst: Je nach Quelle wird der sogenannte „Professional Organizer Market“ weltweit auf einen zwei- bis dreistelligen Milliarden‑Dollar‑Bereich geschätzt
37. Aya Jaff: Broligarchie: Die Machtspiele der Tech-Elite
Mit 19 stand Aya Jaff im Silicon Valley und träumte davon, eine reiche Tech-Unternehmerin zu werden. Heute, mit 30, kämpft sie gegen die „Broligarchie“ und für die Demokratie. Diese, sagt sie, hängt am seidenen Faden. Wie konnte die Tech-Elite, geprägt vom Silicon Valley und seiner „California Ideology“ der 1960er und 70er Jahre, aus libertären Idealen eine neue Form ökonomisch-politischer Herrsch
36. Emanuel Deutschmann: Die Exponentialgesellschaft. Vom Ende des Wachstums zur Stabilisierung der Welt
Die Geldmenge, der Meeresspiegel, die ErfolgederKünstlichen Intelligenz – all das wächst exponentiell. Emanuel Deutschmann, Juniorprofessor für soziologische Theorie an der Europa-Universität Flensburg, zeigt in seinem Buch „Die Exponentialgesellschaft“, wie solche Entwicklungenverlaufen: Anfangs wirken sie harmlos, dann beschleunigen sie drastisch und führen in unkontrollierbare Krisen. Deutschma
35. Thorsten Padberg: Die Depressionsfalle
Ein chemisches Ungleichgewicht im Gehirn – so erklären vieleMenschen die Ursache einer Depression. In Deutschland leiden fast 10 Millionen darunter. Doch stimmt das überhaupt? Der Therapeut und Autor Thorsten Padberg formuliert es anders: „Knapp 10 Millionen Menschen erfüllen dieDiagnosekriterien einer Depression. “ Wie präzise und plausibel diese Kriterien sind, bleibt ebenso umstritten wie die B
34. Barbara Schmitz: Resonanz statt Resilienz – eine Philosophie der Verletzbarkeit
Die Gesellschaft wird „resilienzifiziert“ – alles und jede soll resilient sein, die Schweizer Banken ebenso wie die Mundschleimhaut und natürlich die Kinder. Resilienz istdas Mittel der Wahl gegen Störungen, Widrigkeiten, Versagen, Ohnmacht, Ausgeliefertsein.Resilienz wird als eine Art Zauberkraft für den Umgang mit Verletzlichkeit verstanden – aber braucht es diese Zauberkraft überhaupt?Die Philo
33. Joseph Vogl: Hass zu Geld - Wie Big Tech die Demokratie zerstört
In den USA zerstört eine neue Form von Kapitalismus rasant die Demokratie. Die meisten Menschen sind davon überrascht. Der Berliner Kulturwissenschaftler Joseph Vogl ist es nicht. Er beschreibt in seinen Büchern schon lange eine „internationale Materialermüdung im politischen Gefüge“. Die neueste Version des Kapitalismus besteht nach seiner Analyse in einer Fusion aus einer internationalen Finanzo
32. Janosch Schobin: Verniedlichung statt Lösung: Warum Achtsamkeit nicht gegen Einsamkeit hilft
Achtsamkeit, so heißt es, soll gegen Einsamkeit helfen –etwa durch Selbstumarmungen oder ein Dankbarkeitstagebuch. Und wenn das nicht wirkt, solle man lernen, Einsamkeit zu lieben: als Pilgerreise zur Selbsterkenntnis, die die wahre Essenz des Selbst entfaltet. Doch solche psychologisch-spirituellen Ratschläge verniedlichen den Schrecken der Einsamkeit. Einsamkeit, erklärt der Soziologe und Einsam
31. Katharina Pistor: Kapitalismus auf Steroiden: Wie das Rechtssystem soziale Ungleichheit fördert
Warum suchen immer mehr Menschen nach Achtsamkeit? Weil Stress und Erschöpfung wachsen. Ursache ist die seit den 1970er Jahren steigende soziale Ungleichheit. Sie hat ein Ausmaß erreicht, das die Soziologit als „Rückkehr des Feudalismus“ bezeichnet. Warum wächst die Ungleichheit so rasant? Die Juraprofessorin Katharina Pistor von der Columbia University gibt eine klare Antwort: Unser Rechtssystem
30. Thomas Fuchs: Angst, Egozentrik und Achtsamkeit – Die Eigensinnigkeit von Gefühlen
In Deutschland wächst die Angst: Einige fürchten Faschismus, andere Krieg, wieder andere die Klimakatastrophe, manche alles zusammen. Was tun? Meditieren? Eine Rosine essen? Einen safe space visualisieren? Achtsamkeit statt Panik? Gefühle lassen sich nicht einfach abschalten, sagt der Philosoph und Psychiater Thomas Fuchs, seit 2010 Karl-Jaspers-Professor für die philosophischen Grundlagen von Psy
29. Maggie Schauer: Die Kraft des Zuhörens - Trauma-Heilung durch Beziehung
Kriege und Krisen nehmen weltweit zu - und mit ihnen die Traumata, die Menschen anderen zufügen und selbst erleiden. Gewalt erzeugt Trauma und Trauma erzeugt Gewalt. Und auch in vermeintlich friedlichen Gesellschaften gibt es häusliche Gewalt, sexuelle und emotionale Übergriffe, Ablehnung, Ausgrenzung und Vernachlässigung, schwere Krankheiten und schwierige Lebensereignisse. Hinzu kommt: Traumata
28. Sebastian Klein: Toxisch reich - Warum extremer Reichtum unsere Demokratie gefährdet
In Deutschland zahlen reiche Menschen weniger Steuern als die allgemeine Bevölkerung. Das haben viele Studien bestätigt.Sebastian Klein findet das nicht nur moralisch ungerecht und politisch gefährlich – er ist auch der Ansicht, dass diese Ungerechtigkeit dem Wirtschaftsstandort Deutschland schadet. Denn eine Politik, die die Pfründe der Reichen und die Interessen der großen Konzerne schützt, bena
27. Ulrich Bröckling: Achtsamkeit, Resilienz und die Politiken der Apokalypse
Achtsam: So heißen beispielsweise ein Weißwein, eine Kosmetikfirma und ein mehrwöchiger Yoga-Kurs. Achtsam: So sollen Menschen neuerdings die meisten Angelegenheiten ihrer Lebensführung meistern und etwa achtsam essen, achtsam reisen und – tatsächlich -achtsam die Steuererklärung erstellen. Der Soziologe Ulrich Bröckling bezeichnet Achtsamkeitmittlerweile als ein „universelles Life-Style-Label“, d
26. Elgen Sauerborn: Seelenheil und Sozialkritik - Paradoxien der Achtsamkeit
Manager*innen lenken die Aufmerksamkeit auf die Spitzenihrer Zehen. Klima-Aktivist*innen versammeln sich in Empathie-Zirkeln. Mütter fühlen im Bodyscan ihre Körperteile. Sie alle üben einen achtsamen Umgang mitsich und anderen. Menschen aus ganz unterschiedlichen Milieus, Klassen undAltersgruppen schwören auf die Wirkung achtsamer Körper- und Geistestechniken und berichten von veränderter Lebensfü
25. Kathrin Fischer: Zwei Jahre Achtsamkeit – Rück- und Ausblick auf eine kritische Reise
Zwei Jahre, 24 Gespräche, viele Bücher und eine steile Lernkurve: In dieser besonderen Episode nehme ich euch mit auf eine Reflexion über die Entstehung und Entwicklung dieses Podcasts. Was habe ich über Achtsamkeit gelernt, seit ich diesen Weg 2022 mit einer entschiedenen Kritik antrat? Wie hat sich meine Sichtweise im Laufe der Zeit verändert? Und warum?In dieser Folge geht es um den Wandel mein
24. Nadia Shehadeh: Anti-Girlboss mit der Erlaubnis zum Chillen
Mit dem richtigen „Mindset“ geht angeblich alles: Kinder, Karriere, Körper. Partnerschaft und Haushalt natürlich auch. Immer auf Zack und in den kurzen Pausen lädt Meditation die Batterien wieder auf.Woher kommt der ganze „Hustle“? Warum glorifiziert unsere Gesellschaft permanente Betriebsamkeit? Und warum gilt das insbesondere für Frauen? Studien zeigen, dass dieser Perfektionsdruck gerade für di
23. Katharina Mangold: Aus großer Macht folgt große Verantwortung - Mit Jura die Welt verbessern
„All you need is inside” oder „Nichts ändert sich, bis du dich änderst, und dann ändert sich alles“ - diese Sätze sind beliebte Postkartenmotive in Yoga-, Achtsamkeits- und Meditationskreisen. Sie klingen beruhigend und inspirierend, aber stimmen sie? Brauchen wir nicht saubere Luft, Wasser, Geld für die Yogamatte? Reicht es wirklich aus, sich selbst zu verändern, oder müssen wir nicht immer wiede
22. Sylvia Kägi: Die Erschöpfung der Familien - warum Mamacoaching allein nicht hilft
Cappuccino-Momente, Zitronenwasser oder Empowermentkurs für Working Moms: Mamacoachings mit Angeboten wie Achtsamkeits- und Resilienztraining für erschöpfte Mütter liegen im Trend. Doch trotz kurzfristiger Hilfe bleibt die zentrale Frage unbeantwortet: Warum sind so viele Familien, besonders Mütter, in Deutschland überfordert? Themen wieExistenzsorgen oder Kita-Ausfälle sind eben nicht sexy und sc
21. Ruth Seliger: Allianzen statt Achtsamkeit: Gesellschaftliche Veränderung mobilisieren
Veränderung, auch gesellschaftliche Veränderung, beginnt immer bei sich selbst, heißt es. Und mit "sich selbst" ist die Einzelperson, das Individuum gemeint. So versuchen zunehmend viele Menschen, die Veränderung, die sie sich für die Gesellschaft wünschen, achtsam als Individuum zu leben. Und verurteilen andere, die das nicht tun.Gesellschaftliche Veränderung, sagt dagegen die Organisat
20. Jacob Schmidt: Das Versprechen der Meditation: Wenigstens sich selbst gestalten
Achtsamkeit, sagt der Soziologe Jacob Schmidt, verspricht mehr als sie halten kann: Ein bisschen meditieren und das Leben gelingt.Dieses Versprechen ist verführerisch. Vor allem in der zunehmend beschleunigten, unübersichtlichen und anstrengenden Welt der Moderne verheißt das stille Lächeln des Buddhas Ruhe und Frieden. In einer Welt, in der sich viele Menschen politisch handlungsunfähig fühlen un
19. Nico Dragano: Politik als Medizin - Erschöpfung durch Unruhe, Statusstress und Armut
Kann man messen, wie erschöpft die Deutschen sind? Nein, sagt der Epidemiologe Nico Dragano, dazu ist Erschöpfung als Zustand zu diffus. Und eigentlich auch zu natürlich – nach der Anstrengung kommt die Erschöpfung kommt die Erholung. Erholung? „Die Bedingungen für Erholung sind schlecht in dieser Gesellschaft“, sagt Nico Dragano. Zum einen sind fast alle mit sozialen Medien okkupiert, zum anderen
18. Klaus Eidenschink: Achtsamkeit, Narzissmus und die Kunst des widersprüchlichen Denkens
Ist Achtsamkeit gut oder schlecht? Befähigt sie Menschen, sich selbst und andere umfassend wahrzunehmen? Oder sorgt sie dafür, dass Menschen sich und ihre Gefühle anpassen, egal unter welchen Bedingungen? Unterstützt Achtsamkeit Mitgefühl oder schürt sie Egoismus? Befreit die Achtsamkeitspraxis von Zwängen oder bringt sie weitere Zwänge mit sich - etwa den Zwang zum Glücklichsein, zum positiven De
17. Markus Wissen: Kapitalismus am Limit – das Ringen um die Zukunft der Menschheit
„Kapitalismus am Limit“ heißt das neue Buch von MarkusWissen und Ulrich Brand. Die Sozial- und Politikwissenschaftler haben 2017 den Besteller „Imperiale Lebensweise“ geschrieben. In ihrem aktuellen Buch zeichnen sie nach, wie diese imperiale Lebensweise an ihre Grenzen stößt. Für die daraus resultierenden Krisen gibt es im wesentlichen drei unterschiedliche politische Lösungs-Angebote: Autoritäre
16. Tanja Michael: Selbstfürsorge statt Selbstoptimierung - Freundlich mal nichts tun
Was man alles werden könnte, wie viele Grenzen man überwinden könnte, wie viele Erfolge man feiern könnte, wer und was alles in und um den eigenen Haushalt herum gestaltet, aufgeräumt, organisiert und optimiert werden könnte. Und wie ungeheuer glücklich und optimistisch man sein könnte, wenn man nur wüsste, wie. Unsinn, sagt Tanja Michael, Professorin für Psychologie und Psychotherapie. Der Zwang
15. Harald Welzer: Nicht erschöpft, sondern okkupiert – Digitaler Plunder, Einsamkeit und die Geschwindigkeit der Regression
Erschöpft sind die Menschen nicht, sagt Deutschlands
bekanntester Sozialpsychologe Harald Welzer. Er hält sie stattdessen für okkupiert. Okkupiert vom „Plunder“ der
sogenannten sozialen Medien, die sie einsam, nervös und süchtig machen. Sie sind auch gekränkt vom Verfall der deutschen Infrastruktur und verstört von der
Distanz einer elitären Politik zu ihren Bürger*innen.
Unsere Demokratie sieht
14. Christian Baatz: Wer rettet das Klima? Die Erschöpfung der Einzelnen
Aufs Auto verzichten, vegan leben, so wenig wie möglich konsumieren - können einzelne Menschen das Klima retten? Haben Sie sogar die moralische Verpflichtung, den eigenen Fußabdruck so klein als möglich zu halten?
Oder schieben Politik und die fossile Industrie damit die Last auf diejenigen ab, die weniger zum Klimawandel beitragen und weniger Einfluss auf dessen Ursachen haben? Ist es fair, von
10. Johannes Tams: Bio statt Burnout - Wege aus der Erschöpfung in der Landwirtschaft
Erschöpfung, Burnout, Suizid: In Deutschland sind Landwirt*innen viereinhalbmal so häufig von Burnout betroffen wie Angehörige der Allgemeinbevölkerung. Auch die Suizidrate scheint höher als beim Rest der Bevölkerung.
Achtsamkeitsbasierte Präventions- und Resilienzkurse speziell für Landwirt*innen gibt es zwar, aber sie helfen nicht viel – denn der Druck in der Landwirtschaft ist systemisch bedin
13. Christoph Trautvetter: Wie Superreiche die Demokratie bedrohen – Steuergerechtigkeit in Deutschland
Die Mittelschicht zahlt, die Milliardäre zahlen nicht. Ein neuer Bericht des Think Tanks „EU Tax Observatory“ zeigt, wie Superreiche und Konzerne Steuern vermeiden. Auch in Deutschland. Weil deutsche Milliardäre und Multimillionäre ihre Steuerlast in den vergangenen drei Jahrzehnten radikal gesenkt haben, fehlt dem deutschen Staat sehr viel Geld. Schätzungen gehen von bis zu 100 Milliarden Euro jä
12. Jean Philippe Kindler: Scheiß auf Selflove - gib mir Klassenkampf
Die moralische Tugend scheint zurück: Junge Menschen sind sprachsensibel und rassismuskritisch, empathisch und vegan, verzichten aufs Fliegen und betreiben viel Selfcare. Sie fragen sich, wie sie ihren Burnout wegatmen können und ob sie Dreadlocks tragen dürfen.
Das, sagt der Slam-Poet und Satiriker Jean Philippe Kindler, ist nichts anderes als die neoliberale Ideologie der Vereinzelung im neuen
11. Lisa Herzog: Erschöpfung durch neoliberale Logik: Die zerstörerische Ungleichheit der Märkte
Herzlos, ungerecht, unterkomplex und umweltschädlich: Die neoliberale Marktlogik steht im Widerspruch zu einem echten Menschenbild, zu Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und einem gelingenden Leben. Sie überhöht quasireligiös die Kräfte des Marktes und die heroischen Leistungen des einzelnen Individuums. Konkurrenz und Wettbewerb weiten sich aus und fressen sich durch alle Lebensbereiche. Erschöpfung i
09. Andreas Busen: Solidarität - ist man zusammen weniger allein?
„Mehr Solidarität wagen“ – im Fußball, in der Europäischen Union, der Wissenschaft, der Pflege, der Flüchtlingspolitik: Alle wollen und sollen solidarisch sein. Solidarität ist die Antwort auf wachsende Ungleichheit, zunehmende Erschöpfung und abnehmenden gesellschaftlichen Zusammenhalt,
Solidarität war lange out und ist spätestens seit der Pandemie schwer in.
Solidarität ist schnell bekundet, sc
08. Ursula Baatz: Achtsamkeit – Kapitalismus auf Crack oder Heilmittel gegen Stress?
Kapitalismus auf Crack, neoliberale Disziplinierungstechnik, banale Form der Spiritualität – die „dunkle Seite“ des Achtsamkeitsbooms wird zunehmend kritisiert. Zu Recht, denn die Praxis der Achtsamkeit kategorisiert persönliche Probleme fast immer als psychologisch und wertet sie entsprechend als Pathologien. Die politischen oder sozioökonomischen Lebensbedingungen der Menschen ignoriert sie weit
07. Renate Kuschke: Vom Tun zum Lassen - absichtslose Achtsamkeit
Tun oder Lassen, Geist oder Körper, Kultur oder Natur, Mann oder Frau, Täter oder Opfer - das abendländische Denken ist durchzogen von einer
Logik des Binären. Diese strukturelle Entweder-Oder-Logik wurzelt in der grundlegenden Unterscheidung von Aktivität und Passivität. Dadurch entsteht
eine Form der Weltbeziehung, die zwischen (aktivem) Subjekt und (passiver) Umwelt unterscheidet und die von d
06. Claus Nowak: Erschöpfung durch ungelöste Konflikte in Organisationen
Ungelöste Konflikte in Organisationen sind teuer. Zum einen werden Aufgaben mangelhaft oder gar nicht erledigt. Zum anderen führt die durch Konflikte bedingte schwierige Situation zu Erschöpfung oder Krankheit bei Mitarbeitenden. Jährlich entstehen allein in Deutschland Kosten in Milliardenhöhe. Wird das Betriebsklima schlimm, führt das betriebliche Gesundheitsmanagement gerne die gesunde Pause ei
05. Franziska Schutzbach: Die Erschöpfung der Frauen - Wider die weibliche Verfügbarkeit
Frauen haben heute angeblich so viel Möglichkeiten wie nie zuvor. Gleichzeitig sind sie so erschöpft wie nie zuvor. Woran liegt das? Die Baseler Geschlechterforscherin Dr. Franziska Schutzbach begründet die weibliche Erschöpfung damit, dass Frauen in unsererm ökonomischen System doppelt liefern müssen. Einerseits wollen, sollen und müssen sie zunehmend erwerbstätig sein. Ökonomische Unabhängigkeit
04. Greta Wagner: Arbeit, Burnout und der buddhistische Geist des Kapitalismus
Erschöpfung war früher, Achtsamkeit ist heute. Die Soziologin Greta Wagner hat Management-Ratgeber wie „Buddha@work“, "Karma-Coaching. Wege aus der Schicksalsfalle" oder „Wie Buddha die Work-Live-Balance erfand“ untersucht.
Ihre Frage: Welchen neuen Geist und welche neuen Praktiken bringt eine Kritik am Kapitalismus hervor, die ihren Ausgang in der Erschöpfung und dem Leiden an den ent
03. Inken Prohl: Der selbst gemachte Buddha. Buddhismus, Kapitalismus und künstliche Intelligenz.
Buddha-Lampen, Buddha-Bowls, Buddha-Statuen, Buddha-Zitate, Buddha-T-Shirts - keine Frage, Buddha ist ein globaler Popstar. Dabei ist offensichtlich, dass Buddha und Konsum, Buddhismus und Kapitalismus sehr gut zusammengehen. Woran liegt das? Die Heidelberger Japanologin und Religionswissenschaftlerin Prof. Dr. Inken Prohl beschäftigt sich vielen Jahren mit der Transformation des Buddhismus in d
02. Ron Purser: McMindfulness. How Mindfulness became the New Capitalist Spirituality
Über 1000 zertifizierte Achtsamkeitstrainer*innen gibt es mittlerweile in Deutschland und Firmen wie SAP oder Bosch bieten Achtsamkeitskurse an. Für Ronald E. Purser, Managementprofessor an der San Fransisco State University und praktizierender Buddhist, ist das keine gute Entwicklung.
Achtsamkeit, so schreibt er in seinem Buch "McMindfulness" sei zu einer banalen Form von Spiritualität
00. Erschöpft und nicht gelassen. Worum geht es in dem Podcast und wer macht ihn?
Wie und wodurch sind wir hier in den westlichen Industriegesellschaften zu diesen gestressten, gehetzten, statusempfindlichen, ängstlichen, ichbezogenen Konsument*innen geworden, die ihr eigenes Selbst permanent mit Yoga, Meditation, veganem Essen und ganz viel Selfcare verbessern wollen? Warum wollen wir sonst so wenig verbessern? Warum mich diese Frage interessiert und wer ich bin, das erfahrt I
01. Stefanie Graefe: Resilienz im Krisenkapitalismus
Resilienz - dieser Begriff ist seit den 2000er Jahren immer populärer geworden. Alles soll mittlerweile resilient werden: Menschen, hier vor allem deren Psychen, Gesellschaften, Gemeinschaften, aber auch Systeme wie bspw. das Gesundheits- oder Agrarsystem. Woher kommt diese Begeisterung für Resilienz als eine neue Leitnorm?
Die Jenaer Soziologin Stefanie Graefe hat den Begriff in mehreren Büchern
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