
SWR Kultur Essay
Der SWR Kultur Essay bietet Produktionen auf höchstem Niveau mit literarischem Anspruch. Autor*innen aus Philosophie, Dichtung, Soziologie und Kunst denken laut und leise, immer hörbar und meinungsstark. Der Podcast versteht sich als akustisches Theorie-Theater.
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Ilija Matusko: Seitenwechsel – über weiße Linien und unsichtbare Grenzen
Tennis gilt - immer noch - als Sport für Wohlhabende. Er kann sogar als Bild für die Klassengesellschaft dienen: Manche sind reich und elegant, andere nicht. Einige dürfen spielen, andere bleiben draußen. Und nur wenigen gelingt der Seitenwechsel - von einer Welt in die andere.
In seinem Essay fragt Ilija Matusko, welche Rolle die soziale Herkunft für unser Leben spielt, warum Tennis immer noch ei

Barbara Kaufmann: Das Verhör der Ingeborg Bachmann
Ingeborg Bachmann war Schriftstellerin, aber sie wurde zu einer Marke und einem Preis. Die Bachmann. Die große Tochter der Stadt Klagenfurt. Wer hat ihr dieses Image verpasst?
SWR 2023

Die Macht der Schweinsblase – Fußball und die Kunst der Überschreitung
Die Faszination an einem Spiel, in dem eine begrenzte Anzahl von Spielern einen Ball ausschließlich mit dem Fuß vor sich hertreibt, ist und bleibt unerklärbar. Mal wurde das Fußballstadion als Ersatz-Tempel der untergegangenen Götter verstanden, mal wurde das Fußballspiel als gesellschaftlicher Index für politische Gemengelagen analysiert. Was aber doch eher langweilt und die Faszination nicht erk

Bellavista 3 – Vom zweifelhaften Glück im Sommer ein Zuhause zu haben
Alle Sommer der Kindheit hat Rafael Jové in der katalanischen Heimat seines Vaters verbracht, hat Pinien gerochen, Salzwasser geschluckt, stundenlang an Tischen gesessen, kein Wort verstanden.
Bis heute zieht es ihn jedes Jahr dorthin zurück, weil sich dort – anders als in Deutschland – alles nach Zuhause anfühlt.
Aber wie kann da Heimat sein, wo immer Urlaub ist und man nie Post vom Finanzamt bek

Frank Hertweck: Der Denk-Herr und der kleine Dichter: Martin Heidegger und Paul Celan oder das Geheimnis der Begegnung
Das Verhältnis des Paul Celan und Martin Heidegger ist eines der großen und vieldiskutierten Rätsel der deutschen Nachkriegsgeschichte, hier der Philosoph, der sich für den Nationalsozialismus engagierte, dort der Dichter, dessen Eltern im Holocaust umkamen. Der Essay macht sich auf die Suche in den Archiven, er schaut in die Bibliotheken von Celan und Heidegger, die sich im Deutschen Literaturarc

Galeria Finissage. Letzte Bilder aus dem Warenhaus
Die Kaufhäuser sterben. Die Ursachen sind bekannt. Was bleibt, sind Bilder. War da nicht auch was mit Kultur und Utopie? Walter Filz blättert im Erinnerungsalbum des Warenhauses.
Von Walter Filz
SWR 2023

Treu, treuer am treusten
Die Treue. Jeder sucht sie, aber niemand versteht, wo sie beginnt und wo sie aufhört. Lena Reissner begibt sich auf die Suche und stößt auf eine unerwartete Antwort.

Vielen Dank nach Tel Aviv – Sophie von der Tann auf meinem Bildschirm
Sophie von der Tann kommt mit dem Grauen des 7. Oktober 2023 in das Leben unserer Essay-Autorin. Über den Bildschirm. Ihr blasses Gesicht, ihre Stimme, ihr jugendliches Aussehen kannte sie bis dahin noch nicht. Und sie reagiert wie viele andere: „Warum schicken die dieses Kind nicht nach Hause?“ Aber Woche für Woche steigt ihre Achtung für die Reporterin. Bereits in den ersten Tagen des Krieges be

Die eindringlichste Stimme Deutschlands. Herbert Grönemeyer zum 70. Geburtstag
Herbert Grönemeyer hat über 40 Jahre die deutsche Popgeschichte mitbestimmt, wie kein anderer.
Der Schriftsteller Michael Lentz hat 2024 ein umfassendes Buch über Grönemeyer veröffentlicht, das dessen Nachnamen als Titel trägt und auf Gesprächen mit dem Sänger basiert.
Zum 70. Geburtstag gratuliert Michael Lentz Herbert Grönemeyer nun akustisch und geht in dem folgenden Radioessay der Frage nach,

Raoul Schrott: Szenen des Untergangs
„Szenen des Untergangs“ heißt der neue Gedichtzyklus des österreichischen Schriftstellers Raoul Schrott. Der Dichter beobachtet unsere gefährdete Welt genau und tritt als Warner auf. Trotz der Untergangsstimmung, die Raoul Schrott meist aus der versehrten Natur liest, birgt die Schönheit der Literatur Hoffnung. Für den SWR kommentiert Raoul Schrott exklusiv die Gedichte, erzählt von ihrem Entstehe

Die Verteidigung der Poesie in Zeiten dauernden Exils
Worte können töten – oder befreien. Ein Gedicht, gelesen zum richtigen Zeitpunkt, kann tausende Menschen bewegen. Die Kraft der Sprache in Kunst und Poesie, ihr Klang und Rhythmus sind nicht nur Mittel des kritischen Denkens, sie laden ein auf eine nie aufhörende Reise in die Abgründe und Wunder der Existenz.
In ihrem Essay aus dem Jahr 2022 »Die Verteidigung der Poesie in Zeiten dauernden Exils«,

Durchhalten – Eine Beschwörung
Wir kommen ungefragt und gehen ungewollt. Dazwischen liegt ein Leben, das wir manchmal feiern dürfen und manchmal aushalten müssen. Kein Leben ohne Schande, keines ohne Schmerz. Das ist nicht zu schaffen, denkt man oft, das kann ich nicht aushalten; unter welchem Stein versteckt sich das Glück, das ich mir versprochen hatte? – Die Autorin Sandra Hoffmann erzählt in ihrem Essay von harten Zeiten, v

I WANT TO BELIEVE – Agent Scully, Erich von Däniken und die Paranoia der Neunziger
Ein Kind geht in die Bücherei und entdeckt die Paranoia. Es sind die Neunziger: Im TV läuft „Akte X“, am Kiosk seziert das P.M.-Magazin Aliens, Dan Brown schreibt „Illuminati“. Das Internet ist noch jung und langsam, aber schon uferlos. Eine düstere Ahnung schiebt sich unter den bunten Fortschrittsoptimismus von Spice Girls und Rotgrün. Am Ende stürzen Türme. Eine Spurensuche in die Zeit, als das

Zum selbstverständlichen Luxus der öffentlichen Bibliothek
Welche Rolle spielen Öffentliche Bibliotheken in der digitalen Ära eigentlich? Brauchen wir sie heute noch, und wenn ja: wofür? Jonas Fansa, Direktor der Stiftung Zentral- und Landesbibliothek Berlin, nimmt uns in seinem Essay aus dem Jahr 2024 mit auf einen Streifzug durch die Welt der Öffentlichen Bibliotheken. Er beleuchtet den sozialen Beitrag von Bibliotheken und wirft ein paar Schlaglichter

Ein Schal aus Worten - Ein Brief über verlorene Unschuld und die Wehrpflicht
Artur Weigandt, 1994 im kasachischen Uspenka geboren, studierte Ästhetik in Frankfurt am Main und absolvierte die Deutsche Journalistenschule.
Er verbrachte längere Zeit in Prag, Kyiv und Tbilissi. 2023 erschien bei Hanser Berlin sein Debüt Die Verräter. Im selben Jahr nahm er als Dolmetscher an der Ausbildung ukrainischer Soldaten am Leopard 1 in Deutschland teil.
Sein Essay „Ein Schal aus Worten

Robert Frost "Stopping by Woods on a Snowy Evening"
Es ist vielleicht das berühmteste Gedicht der amerikanischen Literatur. Millionen von Schülern haben es auswendig gelernt. Es wird in Filmen von Don Siegel bis Quentin Tarratino zitiert und in der Fernserie „Die Sopranos“. John F. Kennedy verwendete es wiederholt am Ende von Reden.
Robert Frost schrieb „Stopping by Woods on a Snowy Evening“ im Juni 1922 nach einer durchwachten Nacht. Für das Gedic

I'm gonna kill that woman
Fast jeden Tag wird in Deutschland ein Femizid begangen, die Tötung einer Frau, weil sie eine Frau ist. Weil sie zu selbständig ist. Sich getrennt hat. Dinge tut, die der Mann für sie nicht vorgesehen hat. Das Innenministerium fordert „mehr Aufmerksamkeit“ für die Opfer… Das tut Barbara Kaufmann in ihrem Essay, auf eine andere Weise. Sie durchkämmt die Kunst der vergangenen Jahrhunderte nach Rolem

Frohe Weihnachten. Und danke, Maria.
Dieses Essay stellt nicht die Geburt Jesu in den Mittelpunkt, sondern die Frau, die ihn zur Welt gebracht hat. Es geht um Schmerzen, Erwartungen, das Patriarchat, Weihnachtsromantik und die Frage, warum eigentlich niemand der Mutter gratuliert.
Ein augenzwinkernder und sehr menschlicher Blick auf das berühmteste Geburtsereignis der Weltgeschichte. Und auf die Lücke im Heiligen Bild.
Von Mariella T

Nachts gehört mein Leben mir
Der Autor spielt Computerspiele. Acht Stunden am Tag. Oft länger. Schulz schreibt über die Flucht aus dem Alltag, die rasende Euphorie in regnerischen Nächten und übers Aufhören.

Der Milliardär hat’s manchmal schwer. Ein Versuch in gefühlter Gerechtigkeit
Der Milliardär mag zehn Schlafzimmer haben, kann aber immer nur in einem Bett schlafen, von zehn Badezimmern benutzt er selbst bei stärkstem Harndrang nur ein einziges. Am Abend können Milliardäre keine besseren Serien streamen als die 99% da draußen.
Sie haben keine besseren Kinofilme, keine besseren Bücher, keine bessere Popmusik. Wenn Sie Lust auf Bier haben, trinken sie eins der großen Marken,

50 Jahre Bestenliste oder Am Anfang war: das Bild. Was will die Literaturkritik im Fernsehen?
Seit 50 Jahren setzt die Bücher-Bestenliste den rein an Verkaufszahlen orientierten „Bestsellerlisten“ die Empfehlungen einer Jury aus Literaturkritikern entgegen. Lange Zeit hatte sie ihren Platz im Fernsehen, heute im Hörangebot des SWR.
Was will die Literaturkritik in audiovisuellen Medien?
Julia Schröder ist seit 30 Jahren Mitglied dieser Jury. Seither hat sich vor allem durch das Internet das

Tonight's the night – Mit Neil Young leben und sterben
In seinem 2003 erschienenen "Buch der von Neil Young Getöteten" dreht Navid Kermani Neil Young und Ibn-el-Arabi, islamischen Sufismus und Adorno, Lyrics und Koran durch den Fleischwolf seiner Intelligenz. Ein hinreißendes Buch. 17 Jahre sind seitdem vergangen. Die Tochter, von der das Buch auch handelt, ist groß geworden, Freunde sind gestorben. Neil Young spielt noch immer Konzerte mit Crazy Hors

Wer liebt Gwyneth Paltrow?
Gwyneth Paltrow wurde im Laufe ihrer Karriere mit verschiedensten Titeln besetzt: „Beste Schauspielerin“, „Schönste Frau der Welt“, aber auch „Meistgehasste prominente Person“.
Sie verkauft sehr erfolgreich Kerzen mit dem Geruch ihrer Vagina, kocht auf Instagram Breakfast für ihren Boyfriend und gibt Ratschläge für ein erfülltes Sexleben.
Das alles löst irgendetwas in der Theatermacherin Lena Reiß

Orte des Begehrens – Von sanften Berührungen zwischen zwei zarten Hausoberflächen
Der Club, die Bar, das Archiv, der Sexshop, der Park. In fünf Episoden wird eine lückenhafte Topologie von Orten des Begehrens entworfen. Einem queeren, weiblichen* Begehren. In einer Stadt im Jahr 2022. Die skizzierten Orte sind zugleich private Schutzräume und Orte des öffentlichen Lebens. Und all diese Orte haben sich durch die Corona-Pandemie stark verändert. Die inneren und äußeren Räume des

Kein Radio. Eine Radiowunschfantasie
Huch, was ist das denn? Ein Essay, der von lauter Pausen zerfressen ist? In dem nicht viel passiert? Ein Essay, den es, behauptet der Autor, gar nicht gibt? Von einem Autor, behauptet der Autor, den es eigentlich auch nicht gibt? Was soll das? – Der Musikwissenschaftler Holger Schulze erträumt sich in diesem experimentellen Essay ein Radio, das er zusehends vermisst: gewagt; unformatiert. Ein Radi

How to be gay
Mein Fenster zur Welt war: Fernsehen. Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich in Filmen und Serien mich selbst gesucht habe. "Er ist nicht schwul!" - So wurde ich über Jahre verteidigt. Von Freundinnen auf dem Schulhof. Das Ding ist aber: Ich bin schwul. War es damals. Bin es heute. Vielleicht liebe ich Fernsehen deshalb so. Weil mir jede Serie gezeigt hat, was alles möglich sein kann, in Sachen Lie

Dr. C's Conversationslexikon (14) - F wie Feierabend
Nach der Arbeit wird gefeiert? Wer, wie und warum? Armin Chodzinski alias Dr. C. geht dem Verhältnis von Freizeit und Arbeit in einer ökonomischen Revue nach.
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