
Podcast - Deutsch
Dieser Podcast präsentiert Buchkapitel, die zu Audiostücken geworden sind, und wird auch Gespräche mit anderen Autoren enthalten. Die Episoden basieren auf Texten von Martin Burckhardt, die er auf Substack veröffentlicht.
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Im Gespräch mit Raphael M. Bonelli
Lässt man sich auf die Gegenwart ein, kommt man nicht umhin, eine Form der allgemeinen Kopflosigkeit zu diagnostizieren (die der Psychoanalytiker Sam Vaknin mit der wunderbaren Bemerkung quittiert hat, er sei ein Zeitgenosse Shakespeares). Und weil die Verwirrung Programm ist (fair is foul and foul is fair), war dies ein Grund, mit dem Wiener Psychiater Raphael M. Bonelli ins Gespräch zu treten, d
Im Gespräch mit ... Thilo Bode
Es gibt eine eigentümliche Ironie in der Geschichte der Umweltbewegung: Ausgerechnet jene, die einst mit spektakulären Aktionen die Industrie zum Zittern brachten, haben sich in den vergangenen Jahrzehnten zu braven Verwaltern des Status quo gewandelt. Thilo Bode, der als Greenpeace-Chef FCKW-freie Kühlschränke gegen den erbitterten Widerstand der Konzerne durchsetzte, zieht eine schonungslose Bil
Im Gespräch mit ... Eva Ladipo
Wenn junge Männer in Scharen zu Protestparteien strömen, liegt der Reflex nahe, von Verführung zu sprechen, von bösen Einflüsterern und Filterblasen. Doch was, wenn der Befund schlichter ist – und unbequemer? Eva Ladipo hat in ihrem Buch-Essay »Not am Mann« eine Bestandsaufnahme gewagt, die im kulturellen Klima der Gegenwart fast schon als Provokation gilt: Sie schaut hin, wo andere lieber wegscha
Im Gespräch mit ... Jörg Baberowski
Dass der Populismus ein Gespenst sei, das die Demokratie heimgesucht habe, gehört zu den Glaubenssätzen unserer Zeit – als handle es sich um eine Krankheit, die man mit den richtigen Therapien kurieren könne. Doch was, wenn dieses Gespenst gar kein Eindringling ist, sondern ein Familienmitglied? Der Historiker Jörg Baberowski hat sich in die Abgründe des Begriffs begeben und dabei eine unbequeme E
Im Gespräch mit ... Bernd Raffelhüschen
Wenn die letzten Dekaden eine Veränderung des Zeitgeistes mit sich gebracht haben, könnte man von einem regelrechten Siegeszug der moralischen Ökonomie sprechen. Und selbige zeichnet sich durch eine penetrante Demonstration der eignen Rechtschaffenheit aus, einen Gestus moralischer Überheblichkeit. Der Magier Harry Houdini hat das damit einhergehende Dilemma in eine wunderbare Formel übersetzt: We
Vom Schlaf der Vernunft
im Rahmen der internationalen Studienwoche an der Hochschule LuzernSehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren,Sie hören’s schon an der Anrede: Ich gehöre einer untergehenden Welt an. Tatsächlich ist das ein Thema, das mich seit langer, langer Zeit begleitet – und wenn Sie sich in dieser Studienwoche mit der »Frage der sozialen Arbeit angesichts antidemokratischer Gesellschaftstendenzen« beschäftigen,
Im Gespräch mit ... Carsten Lotz
Weil es sich auch unter historischen Materialisten herumgesprochen hat, dass der Kapitalismus nicht auf einer Weltverschwörung, sondern auf einem Glaubenssystem beruht, fand ich die Gelegenheit, mit einem studierten Theologen, der in die Welt von McKinsey hinübergewechselt ist, über Gott und die Welt, nein, über Gott und das Geld zu sprechen, überaus reizvoll. Denn mit dieser Weitung der Perspekti
Im Gespräch mit ... Pero Mićić
Es ist absehbar, dass die Computerkultur eine tiefe Erschütterung unserer Arbeitswelt darstellt, ja, dass vieles, was uns derzeit als wertvolle Arbeitsleistung erscheint, im Museum der Arbeit verschwinden wird. Schon ist dies ein Grund, sich eingehend mit der Thematik zu beschäftigen. Dass hierzulande vor allem die Skepsis vorherrscht, mag einer gewissen, urdeutschen Risikoaversion zuzuschreiben s
Im Gespräch mit ... Carl von Siemens
Manchmal hält das Leben wirkliche Überraschungen bereit – und diese sind umso denkwürdiger, je weniger man im vorhinein darüber nachgedacht hat. So wie ich, als ich bei einer Tagung die Gelegenheit hatte, am ersten Yoga-Kurs meines Lebens teilzunehmen– nur um ein paar Tage später, auf dem Rückflug nach Berlin, einen Essay zu lesen, der davon erzählte, dass ein Teil der berühmten Yoga-Stellungen ni
Im Gespräch mit ... Philipp Staab
Man muss weder Prophet noch Marxist sein, um zu der Diagnose zu gelangen, dass der Kapitalismus seit geraumer Zeit schon an einer Systemkrise leidet – und diese hat nicht unwesentlich mit den Erschütterungen zu tun, die mit der Digitalisierung einhergehen. Wenn der Influencer zur Sehnsuchtsfigur wird, ja, zum Persönlichkeitsmodell, dem die jungen Menschen nacheifern, stellt sich die Frage, ob der
Im Gespräch mit ... Franziska Sittig
Zweifellos markiert der 7. Oktober eine historische Wasserscheide, haben die öffentlichen Feiern des Hamas-Pogroms doch deutlich gemacht, dass das »Nie-Wieder« der deutschen Erinnerungskultur frommes Wunschdenken ist. Eines der größten Rätsel dabei ist, wie und warum ausgerechnet Universitäten, die im letzten Jahrzehnt sich alle Mühe gegeben haben, sich als safe spaces zu etablieren, zu Horten ein
Im Gespräch mit ... Frank Urbaniok
Wohl kein Thema hat die Öffentlichkeit in den letzten Jahren stärker verstört als die Migration, die, im Namen der Menschlichkeit, letztlich in eine Form der inneren Zwietracht, ja, des symbolischen Bürgerkriegs eingemündet ist. Hätte schon die Kölner Silvesternacht die Anhänger der Willkommenskultur lehren können, dass man in Gestalt unzähliger Neubürger durchaus neuartige Probleme gewärtigen mus
In der Traumfabrik
Weil man hier einem großes Thema gegenübersteht, das gleichermaßen mit praktischen, ästhetischen und gesellschaftlichen Fragen zu tun hat, sind diese flüchtigen Bemerkungen nur der Auftakt zu einer Reihe weiterer Texte zum TemaSehr geehrte Damen und Herren,ich will Ihnen ein paar Gedanken zu dem sonderbaren Verhältnis darlegen, das unsere Zeitgenossen zur »Künstliche Intelligenz« unterhalten. Und
Im Gespräch mit ... Andreas Hermwille
Wenn ein so bizarres Phänomen wie das Task Masking, also die Vortäuschung von Geschäftigkeit, in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt ist, so kann man dies als einen Beleg dafür lesen, dass unsere Arbeitswelt, ganz unter der Hand, in ein Produktivitätstheater übergegangen ist. Und ganz offenkundig scheint das wesentliche Vermögen, das einem jungen Menschen hier abverlangt wird, in der Kompetenzsi
Im Gespräch mit ... Matthias Heine
Auf eine sonderbare Weise hat sich in den letzten Jahren eine fast Orwellsche Sprachpolitik eingebürgert, bei der sich einige Zeitgenossen, wie eine Art informeller Sprachpolizei, dazu ermächtigt fühlen, die Verlautbarungen ihrer Zeitgenossen zu klassifizieren. Mag man sich in der Überzeugung, dass die Welt nichts weiter ist als ein Sprechakt, ja dass selbst das Schweigen einen Gewaltakt darstell
Im Gespräch mit ... Gerd Koenen
Es gibt nur wenige Zeitgenossen, die sich mit den historisch-untergründigen Geistesströmungen beschäftigen, welche uns in die gegenwärtigen Kalamitäten hineingeführt haben – eine Welt, in welcher der Krieg zu einem Mittel der Politik geworden ist, der starke Mann zu einer Sehnsuchtsfigur – und autoritäre Gedankenfiguren eine bizarre Wiederauferstehung erleben. Mag sein, dass der Grund, der Gerd Ko
Im Gespräch mit ... Stefan Weber
Vielleicht ist die Psychologie des Copy Pasters eine der größten Leerstellen unserer heutigen Zeit – hat man es hier doch mit einem Spezimen zu tun, das erst um die Jahrtausendwende, dann allerdings höchst massiv in Erscheinung getreten ist. Haben frühere Zeiten dieses Wesen, je nachdem unter das Werther-Syndrom oder den Bovarysmus zu subsumieren versucht, als eine Form, den eigenen „Roman zu leb
Im Gespräch mit ... Heiner Bielefeldt
Mag eine Deklaration nur eines einzigen Sprechaktes bedürfen, wird es deutlich komplizierter, wenn die Wörter auf die Wirklichkeit treffen - und es darum geht, die hehren Absichten in die Tat umzusetzen. Genau dies ist das Problem der Menschenrechte, die allüberall im höchsten Ansehen stehen, aber vor allem dann auf die Tagesordnung geraten, wenn die Würde des Menschen sich als höchst antastbar er
Im Gespräch mit ... Bernhard Krötz
Es passiert nicht allzu häufig, dass jemand, der eigentlich in der höheren Mathematik zuhause ist (und sich dort mit reellen sphärischen Räumen, Liu-Gruppen und Fragen der Spektralanalyse beschäftigt), sich in die Niederungen unseres Bildungssystems hinein verirrt, mehr noch, dass er den Schulunterricht darauf befragt, ob er das, was zu leisten er vorgibt, tatsächlich abliefert. Dass Bernhard Kröt
Im Gespräch mit ... Jens Hacke
Vor einem guten halben Jahrhundert sind Hannah Arendts »Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft« erschienen – und auch wenn dieses Werk, als Resultat eines langen geistigen Winterschlafs, etwas in Vergessenheit geraten ist, bietet es doch die psychologisch präziseste Beschreibung dessen, was man als die totalitäre Versuchung der Moderne begreifen kann. Und wenn die Politikwissenschaftler den Tot
Im Gespräch mit ... Philipp Sarasin
Wenn Foucault, der in den 70er Jahren noch als randständiger Intellektueller galt, unterdes zum meistzitierten Denker der Welt geworden ist, so ist dies umso merkwürdiger, als Foucault zu den großen Rätselgestalten der Philosophie gehört. Und weil man es zudem mit einem sonderbaren Formwandler zu tun hat, der eine Reihe von bemerkenswerten Selbstverwandlungen hingelegt hat, ist die Beschäftigung m
Im Gespräch mit ... Burkhard Hofmann
Dass sich ein Psychotherapeut nicht mit den Befindlichkeitsstörungen seiner Landsleute herumschlagen muss, sondern, wie ein Anthropologe, sich um das Seelenleben eines fremden Kulturkreises kümmert, ist eine Seltenheit ersten Ranges – allen Ermahnungen zum Trotz, die sich um das Modewort des Eurozentrismus ranken. In diesem Sinn ist der Hamburger Psychotherapeut Burkhard Hofmann eine absolute Ausn
Im Gespräch mit ... Gunter Dueck
Will man mit jemandem über den Einstieg in das digitale Zeitalter sprechen, so ist Gunter Dueck einer der kundigsten wie unterhaltsamsten Gesprächspartner. Dies hat nicht zuletzt damit zu tun, dass man hier jemandem gegenübersitzt, der im Rahmen eines Weltkonzerns – der IBM - die Rolle eines Distinguished Engineers, eines Chief Technology Officers und schließlich eines Master Inventors innehatte.
Im Gespräch mit ... Sama Maani
Schlägt man die Zeitung auf, drängt sich der Eindruck auf, dass die Zeiten durchaus einen Psychoanalytiker gebrauchen könnten, mehr noch: einen Denker, der sich den kognitiven Dissonanzen der Gegenwart gewachsen zeigt. Sama Maani, der lange Zeit als Psychiater und Psychoanalytiker in Wien gearbeitet hat, gehört zweifellos zu jener Gattung – umsomehr, als hier der Blick des Literaten hinzukommt, de
Im Gespräch mit ... Aldo Haesler
Mag die klassische Ökonomie schnell zur Tagesordnung übergegangen sein, lässt sich das in den frühen 70er Jahren aufgekündigte Bretton Woods-Abkommen als Wendepunkt in der Geschichte des Kapitalismus begreifen. Seither nämlich ist das Kapital nicht mehr in den Kapitalen zuhause, sondern ist zum Spekulationsobjekt gesichtsloser Finanzmärkte geworden, zudem hat es sich von der Golddeckung gelöst und
Im Gespräch mit ... Juan Gruben
Wie rutscht ein komplexes, gesellschaftliches System in eine Abwärtsbewegung hinein? Die befremdliche Antwort ist vielleicht, dass die Bewohner selbst, wie die verarmenden Adligen des 19. Jahrhunderts, kein wirkliches Krisenbewusstsein entwickeln, sondern über lange Zeit ein sentimental geschöntes, zunehmend haltloses Selbstbild aufrechterhalten. Schon aus diesem Grund ist der Blick eines Außensei
Im Gespräch mit ... Manfred Haferburg
Es gibt nicht viele Menschen, die davon berichten können, wie es ist, im Augenblick eines Blackouts für das Energiesystem eines Landes verantwortlich zu sein. Manfred Haferburg ist einer der wenigen, die auf ein solches Ereignis zurückschauen können. Denn zum Jahreswechsel 1978/79 war der junge Ingenieur als Schichtleiter zuständig für den Betrieb des größten Kernkraftwerks der DDR, Greifswald. Zw
Im Gespräch mit ... Michael Schulte-Markwort
Wenn die Psyche, wie Michael Schulte-Markwort schreibt, immer auch an die Veränderungen des Zeitgeistes geknüpft ist, nimmt es nicht wunder, dass sich gesellschaftliche Umbrüche zuallererst in den Kinderseelen niederschlagen. Gleichwohl war der Verfasser dieser Zeilen doch überrascht, nach mehr als drei Dekaden in der Kinder- und Jugendpsychiatrie sich einer neuartigen Problematik gegenüberzusehen
Im Gespräch mit ... Bernd Siggelkow
Wenn man sich mit dem Schein und den Wörtern begnügt, so ist es ein Leichtes, sich in einem Paralleluniversum einzurichten, das auf wundersame Weise frei ist von allen Widrigkeiten, die das tägliche Leben ansonsten bereithält. Und weil die classe politique nicht mehr für, sondern von der Politik lebt, hat sich ein geistiger Somnambulismus breit gemacht, bei dem man alles, was die Klarheit des eige
Im Gespräch mit ... Heiner Flassbeck
Eine der großen Sonderbarkeiten der Moderne ist, dass sie den Nimbus des Weisen allein den Ökonomen zuerkennt – und dies ungeachtet der Tatsache, dass eine Wirtschaftskrise nach der anderen über die Gesellschaft hereingebrochen und Laien wie Wirtschaftsweise gleichermaßen überrascht hat. In diesem Konzert ist Heiner Flassbeck schon insoweit eine Ausnahme, als er die Grundannahmen seiner Zunft stet
Im Gespräch mit ... Heike Melzer
Die Welt der digital natives ist eine andere geworden – und sie kennt Reize, Verführungen und Fantasien, die in der analogen Welt undenkbar gewesen wären. Mögen die Diskurse der Wirklichkeit hinterherlaufen, so gilt dies nicht für die Psyche, die alledem schutzlos ausgesetzt ist. Schon dies ist ein Grund, sich mit Heike Melzer zu unterhalten, die, als Neurologin und Psychotherapeutin in ihrer Prax
Im Gespräch mit ... Frank Engster
Schaut man sich um, ist augenfällig, dass das, was heutzutage als Geld gelten mag, eine tiefe Umwertung durchgemacht hat. Hat sich das Geld mit dem Ende von Bretton Woods vom Goldstandard gelöst, mag es scheinen, als ob es sich, digitalisiert, überhaupt ins Ungefähre verflüchtigt. Genau dies ist der Grund, warum sich Frank Engster, gemeinsam mit zwei Mitautoren, daran gemacht hat, eine Kleine Phil
Im Gespräch mit ... Hannah Lühmann
Es ist wahr, die Welt ist kompliziert, und man muss sich dabei nicht einmal in die Abgründe der Sprachphilosophie oder der Quantenmechanik verirren. Es reicht schon hin, dass man einen Spielplatz besucht. Selbst hier nämlich kommt man nicht umhin, den kognitiven Dissonanzen der Gegenwart ins Auge zu sehen, kann es, aus heiterem Himmel, passieren, dass man mit den absurdesten Paradoxien konfrontier
Im Gespräch mit ... Elena Esposito
Das stärkste Antidot, das den Einzelnen davor bewahrt, sich einem Phantasma anheimzugeben, ist zweifellos, dass man das, worüber man theoretisierend nachzudenken sich anschickt, in der Praxis kennengelernt hat. Und was die junge Soziologin Elena Esposito, die zunächst bei Umberto Eco Soziologie studierte, später bei Niklas Luhmann in Bielefeld habilitierte, davor bewahrte, eine Künstliche Intellig
Im Gespräch mit ... Matthias Riedl
Vielleicht ist das größte Rätsel der Gegenwart, dass die entscheidenden, lebensprägenden Dinge sich unbewusst einhausen – in einem solchen Maße, dass man nicht einmal mehr zur Kenntnis nimmt, dass die eigene Lebensführung nicht auf bewusste Entscheidungen zurückgeht, sondern den Gewohnheiten geschuldet ist. Das altgriechische díaita bezieht sich folglich nicht auf die Ernährungsweise, sondern ganz
Im Gespräch mit ... Mathias Brodkorb
Es ist schon eine Weile her, dass die alte Punk-Parole (»legal, illegal, scheißegal!«) sich Laut machte, gleichwohl scheint sich auch unsere classe politique in einer großen Verwirrung zu befinden, was den Geist der Gesetze anbelangt. Anders jedenfalls ist nicht nicht zu erklären, dass man im Jahr 2021 ein Vergehen namens Verfassungsschutz-relevante Delegitimierung des Staates ersann - und zudem,
Im Gespräch mit ... Andreas Schulte
Von Bertolt Brecht stammt die sonderbare Verszeile: »Was sind das für Zeiten, wo /Ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist / Weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt!«. Stand dies Gedicht unter dem Titel An die Nachgeborenen, so mutet es sonderbar an, dass das Gespräch mit einem Forstwirt, genauer: einem Dr. forest., bei dem es wirklich nur um Bäume geht (vulgo: die Nachhalti
Alles und Nichts IX
Das Vorhaben Booles, den Repräsentanten aus der Mathematik zu entfernen, hat sich in einem sehr viel größeren Maßstab bewahrheitet, als sein Verfasser sich dies hat ausmalen können. Denn mit dem Code der Repräsentation ist ein über mehrere Jahrhunderte ausbuchstabierter Gedankenkontinent brüchig geworden. Unsere Vorstellung davon, was Schrift, Geld, Arbeit, Wissen ist, was Reproduktion, Natur, Kör
Im Gespräch mit ... Alexander Bogner
Mögen die Experten ein unverzichtbarer Teil der zeitgenössischen TV-Talkshow-Spektakel sein, so ist die Heraufkunft dieser Spezies doch ein merkwürdiges Faktum, umsomehr, als sich in ihrem Schlepptau ein neuartiger Typ des Experten befindet, der Ethiker nämlich, der sich als Fachmannfrau in ethischen Grenzbezirken umtut. Genau diesem unzertrennlichen Duo hat Alexander Bogner seine soziologische Fo
Alles und Nichts VIII
Im Unterschied zu den anderen Formen der Wiederkehr des Verdrängten scheint das Digitale, als Technologie, die Geisterwelt gewissermaßen technisch wiederzubeleben. Die scheinbar abgespaltene Geisterwelt wird zu einer Größe, die archiviert, verwaltet, belebt, manipuliert und ausgesaugt werden kann. Wer über die gespenstisch generierten Daten verfügt, wird die Köpfe der Menschen beherrschen.Digitale
Alles und Nichts VII
Wenn die Innenwelt den Körper als Wohnort aufgibt und in den Datenraum abwandert, wird sie das, was sie schon immer war: virtuell. Denn die Innenwelt ist der Ort, an dem die Wünsche verwaltet werden.Die Entfernung der WeltDie Außenwelt der InnenweltAdam und EvaStreicheleinheitBorderlinerTod durch SelfieVorherige Kapitel Get full access to Ex nihilo - Martin Burckhardt at martinburckhardt.substack.
Alles und Nichts VI
Zu Information aufgelöst, wird die Welt zum reinen Zeichen. Demgegenüber steht das analoge Rauschen, die Kontamination, der ganze Dreck. Insofern etwas Zeichen wird, wird es unsterblich, streift es mit seinem irdischen Leib auch alle Dunkelheit ab, die sich der reinen Vernunft widersetzt.Die Abschaffung der WölfeAusgeburten des SozialenGebrannte KinderIn der DatenhülleManaAlles sprichtVorherige Ka
Alles und Nichts V
Das Internet, zum Archiv des Realen geworden, stellt ein Modell der Realität dar, und zugleich: ihre Überschreitung. Es bietet Möglichkeitsformen der Realität. Wie der Träumer, der im Traum zu Bewusstsein kommt und nun, urplötzlich zum Regisseur seines Traums geworden, begreift, dass er, wenn er denn will, fliegen kann, löst man sich von der Welt und wird gewahr, dass es Parallelwelten gibt, in de
Alles und Nichts IV
Die gleichzeitige Anwesenheit alles je Geschaffenen, so haben die mittelalterlichen Theologen gelehrt, ist die Hölle. Unter diesen Auspizien kann das Internet als ein Ort der Weltverstopfung, als digitale Hölle aufgefasst werden. Denn das Netz vergisst nicht. Und auch wenn der Betreiber dieses oder jenes Servers Sorge trägt, seinen digitalen Vorgarten frei von Verunreinigungen zu halten, trägt die
Alles und Nichts III
Wir sind bei den Geistern und haben uns mit ihnen eingeschlossen in den Schneewittchensarg der symbolischen Systeme, in dem der Tod am Leben und das Leben tot ist, in dem die Verheißung des Lebens, die organische Faktizität des Körpers, auf die symbolische Faktizität der digitalen Maschine übertragen worden ist.SchnneewittchensargReichsparteitagNullachtfuffzehnOrganisierte VerantwortungslosigkeitM
Im Gespräch mit ... Michael Andrick
Mögen die Klagen über die Einbuße an Liberalität und Toleranz, ja, über die Probleme der Cancel Culture unterdessen Legion sein, bleibt die grundsätzlichen Frage, was es mit der Hypermoralität auf sich hat, zumeist unerhellt. Genau hier aber setzt Michael Andrick an, der in seinem jüngst erschienenen Buch Im Moralgefängnis das Leben daselbst einer gründlichen, philosophisch unterfütterten Untersuc
Alles und Nichts II
Hydra ist die Tochter des Typhon, des Vaters aller Monster, und der Echidna, der Mutter aller Monster. Sie bewohnt den lernäischen Sumpf. Hier bewacht sie ein unterseeisches Tor, das zur Unterwelt führt. Ihr Blut ist giftig, selbst die Spuren, die sie hinterlässt, sind giftig. Die Griechen sagten, sie habe mehr Köpfe, als die Vasenmaler malen konnten. Schlägt man einen ab, wachsen zwei wieder nach
Alles und Nichts I
Am Anfang war die Null und die Null war bei Gott und Gott war die Eins. Die Null und die Eins waren im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dieselben gemacht und ohne dieselben ist nichts gemacht, was gemacht ist. In ihnen war das Leben und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheint in der Finsternis und die Finsternis hat’s nicht begriffen.1 Boole und die Formel2 Im Dark Room d
Im Gespräch mit ... Dirk Höfer
Ein Gespräch mit Dirk Höfer ist schon deswegen nichts Ungewöhnliches, weil wir seit langer Zeit freundschaftlich verbunden sind, zusammen gearbeitet, darüber hinaus ein Buch miteinander geschrieben haben: Alles und Nichts. Ein Pandämonium digitaler Weltvernichtung. Und weil dies fast eine Dekade zurückliegt, lässt sich die Unterhaltung als ein post mortem auffassen, ein Rückblick auf eine gemeinsa
Vom Marsch durch die Institutionen
here is a link to the English presentation textDas folgende Video ist die Visualisierung eines Vortrages, den ich im Jahr 2018 im Konzertsaal des Deutschlandfunks in Köln gehalten habe. Der Redakteur, der mich zu diesem Vortrag zum 50jährigen Jubiläum der Studentenrevolte eingeladen hatte, hatte mein kleines Büchlein zur Kulturrevolution von 68 gelesen – und so wurde die zahlreiche, betagte Zuscha
Im Gespräch mit ... Thomas Druyen
Wie verpasst man die Zukunft? Vielleicht am besten dadurch, dass man sich gar nicht erst auf sie einlässt. Es ist dieser Vermeidungsimpuls, dem sich Thomas Druyen entgegenstemmt, indem er das klassische Aus-der-Vergangenheit-Lernen invertiert und den Bezugsrahmen stattdessen auf das Künftige richtet. Nicht die Tradition ist die Richtschnur, sondern die Frage, inwieweit sich eine erwünschte Zukunft
Im Gespräch mit ... Yascha Mounk
Man könnte Yascha Mounk einen Spezialisten des Grenzganges nennen, hat er sich doch – mit großem Geschick und intellektuellem Mut – auf schwierigste Themen eingelassen: die Frage der Migration, den Zerfall der Demokratie in den Zeiten des Populismus, das Schwinden des Gemeinsinnes im Neoliberalismus. In diesem Sinne, unerschrocken und maßvoll zugleich, hat er sich mit seiner Identity Trap (auf Deu
Im Gespräch mit ... Michael Seemann (Audio)
Michael Seemann ist ein Kind der Netzkultur, ein Blogger und Podcaster der ersten Stunde – der 2010 unter dem schönen Titel ctrl+verlust einen Blog für die FAZ startete und dann in Eigenregie weiterführte. Als gefragter Redner bei den einschlägigen Konferenzen, aber auch als Experte bei Bundestagsanhörungen, rechnet sich Seemann selbst der digitale Bohème zu. Nichtsdestotrotz ist er überaus ernsth
Im Gespräch mit ... Robert Pfaller
Hat sich die Gesellschaft im Zuge der sexuellen Revolution ihrer Hemmungen entledigt, in einem solchen Maße, dass auch der Trash Factor zu einer vergnüglichen Angelegenheit werden kann, hat sich in den letzten Jahren eine merkwürdige Verschiebung ereignet. Urplötzlich nämlich hat die Scham die öffentliche Bühne erobert. Nicht bloß ist das shaming, in den sozialen Medien zumal, zu einer verbreitete
Im Gespräch mit ... Guillaume Paoli (Audio)
Guillaume Paoli ist ein überaus anregender Gesprächspartner, schon deswegen, weil er über das seltene Vermögen verfügt, die Wendungen des Spätkapitalismus in ihrer ganzen psychischen Abgründigkeit zu entziffern. Und weil er, anders als die meisten postmodernen Zeitgenossen, auf seiner Entfremdung beharrt, ist er niemals auch nur in Versuchung geraten, den neoliberalen Kurzschlüssen Folge zu leiste
Im Gespräch mit ... Wolfgang Herles
Wenn in einem der wunderbaren Gespräche mein Gesprächspartner mich mit der Aussage überrascht hat, er sei ein Zeitgenosse Shakespeares, so könnte diese Verwirrung der Maßstäbe (Fair is foul, and foul is fair!) als Leitmotiv über der Unterhaltung stehen, die ich mit Wolfgang Herles geführt habe – war sie doch ganz dem Rätseln darüber gewidmet, wie jemand, der tief in der Mitte der Gesellschaft behe
Im Gespräch mit ... Matthias Küntzel
Gelegentlich kann es passieren, dass die Welt aufwacht und begreift, dass sie eine andere geworden ist – und zweifellos reiht sich der 7. Oktober in die Liste jener Tage ein, die unser Bild von der Welt verändert haben. Anderseits lässt die Plötzlichkeit eines solchen Schocks darauf schließen, dass man sich zuvor einem langen Schlaf hingegeben haben muss. Matthias Küntzel jedoch ist, was derlei Wa
Im Gespräch mit ... Michael Wolffsohn (Audio)
Michael Wolffsohn ist ein unendlich geduldiger, höflicher Mensch – weswegen es ihm gar nicht schwer fällt, seinen eilends in Gedankensprüngen vorpreschenden Gesprächspartner freundlich darin zu erinnern, dass er, Wolffsohn, nur ein „Barfußphilosoph“ sei. Was aber, in Anbetracht jenes großen Projekts, das er sich mit seiner anderen jüdischen Weltgeschichte vorgenommen hat, vor allem eine große Unte
Philosophie der Maschine 18
Das Schlusskapitel der Philosophie der Maschine beschäftigt sich mit der Frage, welche Konsequenzen die Wahrnehmung der Maschine für die Philosophie hätte – und reagiert damit auf jene Erschütterung, die bereits Heidegger heimgesucht hat, als er nach der Konfrontation mit dem Denken eines Kybernetikers wie Gotthard Günther einen kleinen Aufsatz mit dem Titel schrieb: »Das Ende der Philosophie und
Philosophie der Maschine 17
Ungeheuer der Vernunft. Anders als das Freud'sche Unbewusste, das eine biologische Grundausstattung darstellt – die »Urhorde in uns«, wie es bei Freud heißt –, ist die Maschine ein ausgelagertes Unbewusstes, eine Größe, die sich mit jedem Schreibakt wiederholt, mit jedem Geldstück ihren Besitzer wechselt, sich in metaphorischer Form auf andere Bereiche überträgt und schließlich in den Institutione
Philosophie der Maschine 16
Der Druck der Chips ist für die Moderne, was die Gutenberg’sche Drucktechnik für die Schreibtechniken des Mittelalters war: der Augenblick, da die Einbildungskraft freigesetzt wird. Auf die gleiche Weise, wie sich das Aleph-Zeichen aus der Natur herauslöst, löst sich der von der Software aufgespannte virtuelle Raum von allen Begrenzungen der MaterialitätDas Kapitel erzählt die Geschichte, die geme
Im Gespräch mit ... Susan Neiman (Audio)
Dass in der einst von Habermas aufgerufenen neuen Unübersichtlichkeit die Verhältnisse so durcheinander geraten sind, dass die Prophezeiungen der Macbeth-Hexen zum alltäglichen Grundrauschen geworden sind (Fair is foul, and foul is fair), ist ein Umstand, der die Philosophie auf den Plan ruft - in diesem Falle die amerikanische Philosophin Susan Neiman, die ein Buch mit dem Titel Links ist nicht w
Im Gespräch mit ... Thomas Mayer (Audio)
Wenn es in der Ökonomie den Konterpart des Kriegsphotographen gäbe, so könnte man Thomas Mayer einen ›Physiognomen des Crashs‹ nennen, nicht zuletzt auch deswegen, weil seine Biografie ihn mehrfach ins Auge des Sturms hineingeführt hat. Nach dem Berufseinstieg ins Kieler Instituts für Weltwirtschaft gelangte der junge Volkswirt zum Internationalen Währungsfond, danach zu Goldman Sachs und zu Salom
Philosophie der Maschine 15
Das Kapitel beschäftigt sich mit jenem sonderbaren geistigen Raum der Moderne, den der Dichter Novalis in der Innenwelt verortet hat (“Nach innen geht der geheimnisvolle Weg”), der sich historisch aber der Veränderung des Schriftbegriffs verdankt.Hat sich im Transsubstantiationswunder des Mittelalters die Oblate zum Leib Christi, der Wein zu seinem Blut verwandelt, verwandelt sich die Welt, unter
Im Gespräch mit ... Ulrike Ackermann (Audio)
Wenn ein extraterrestrischer Anthropologe ausgeschickt worden wäre, das auskühlende Freiheitspathos der westlichen Welt zu studieren, so würde er über kurz oder lang Ulrike Ackermann begegnen – gehört sie im deutschen Sprachraum doch zu den wenigen, die, mit einem feinen Gespür für Widersprüche und kognitive Dissonanzen begabt, die illiberalen Tendenzen des Zeitgeistes früh dingfest gemacht haben
Im Gespräch mit ... Axel Bojanowski (Audio)
Redet man über den Klimawandel, ist man unweigerlich mit der Frage konfrontiert, wie sich in einer aufgeklärten, säkularen Gesellschaft ein apokalyptisches Denken breit machen und ein Diskurs sich hat herausbilden können, welcher der ›Leugner‹ und absoluter Gewissheiten bedarf. In jedem Fall greift die Rede über das Wetter, sofern sie allein den Meteorologen überlassen bleibt, viel zu kurz, gilt e
Philosophie der Maschine 14
Das Kapitel beschäftigt sich mit der Entdeckung der Elektrizität im 17. Jahrhundert, die nicht nur den Schriftbegriff, sondern auch die Idee der Gesellschaft radikal transformiert.Haben die Zeichen des Alphabets über der Welt geschwebt wie der Geist Gottes über den Wassern, so dringt nun die elektromagnetische Schrift in jeden Körper ein und verwandelt ihn – zur leibhaftigen Letter.Will man die Ge
Philosophie der Maschine 13
Europa, der einzige Kontinent, der sich selbst seinen Namen verliehen hat.Das Kapitel beschäftigt sich mit der Frage, auf welche Weise die universale Maschine (obwohl ein zutiefst europäisches Projekt) die Welt erobert hat. Gerade der Kulturvergleich macht den Preis deutlich, der für die Nutzung einer Maschine zu entrichten ist.So fragt der von christlichen Missionaren erzogene Herrscher des Kongo
Philosophie der Maschine 12
Das Kapitel beschäftigt sich mit der Frage, in welcher Form die universale Maschine eine epistemische Gewalt darstellt - eine Sozioplastik, welche die ihr unterliegenden Gesellschaften zwangsläufig in eine bestimmte Ordnung hineinpresst.Lange bevor Columbus zur Atlantik-Überquerung aufbrechen wird, ist das Europa des Mittelalters schon die Neue Welt, die es in Amerika suchen und finden wird.Zum Na
Philosophie der Maschine 11
Erinnern wir uns daran, dass die machina mundi, wie der Deus ex Machina, von oben einfliegt, verwundert es nicht, dass sich der Schauplatz des Maschinendiskurses dorthin verlagert, wo um die Politik des Himmels gestritten wird. Es ist das aufstrebende Christentum, welches die Frage der Maschine aufnimmt – auf eine Weise freilich, die anmutet wie ein Palimpsest, ein wieder und wieder abgeschabtes,
Im Gespräch mit ... Philipp Hübl
Man könnte Philipp Hübl einen Post-Metaphysiker nennen, einen Philosophen, der die ideologische Hornbrille abgelegt und sich stattdessen der Empirie anvertraut hat. Dieser datengetriebene Ansatz freilich führt in ein Paradoxon hinein, und zwar insofern, als der Zugang ins Menschlich-Allzumenschliche fast notwendig in die Abgründe des Sozialen hineinführt, in all das, was sich nicht in ein kohärent
Im Gespräch mit ... Christoph Türcke
Christoph Türcke ist der seltene Fall eines Theologen, der die Bahn des Philosophen eingeschlagen hat – und sich dabei mit dem Verdrängten, mit Nietzsche, Freud und der Frage des Geldes auseinandergesetzt hat. Und das ist ein Glücksfall. Denn seine religiöse Musikalität erlaubt ihm höchst überraschende Einblicke in die zeitgenössische Kreditordnung, die er auf das Menschenopfer zurückführt. Und we
Philosophie der Maschine 10
Das Kapitel beschäftigt sich mit der Geburt von Metaphysik und ewiger Verdammnis, der Entstehung jener sonderbaren Geisteshaltung, die in der Religionswissenschaft als Gnosis firmiert. Dass man die Erde zu einem Jammertal verwandelt, ist in diesem Sinne eine dialektische Notwendigkeit. Die Kultur wird zur Engelmacherin.Wenn das reine Zeichen den Vorschein der Ewigkeit darstellt, stellt sich die Fr
Im Gespräch mit ... Konrad Paul Liessmann
Sich mit Konrad Paul Liessmann über Bildung zu unterhalten, heißt, dass man sich über die Theorie des Rennrads Gedanken machen muss – und darüber, ob die Philosophie als eine Form des geistigen Bodybuildings zu betrachten ist. Tatsächlich gibt es im deutschsprachigen Raum wohl keinen anderen Philosophen, der sich wie er, gleich in mehreren Büchern, der Problematik der Bildung angenommen hat – und
Philosophie der Maschine 9
Mit den reinen, beseelten Zeichen entsteht die Vorstellung einer anderen Welt: Reiner Geist, Ewigkeit, Platonische Körper. Demgegenüber ist die wirkliche Welt Höhle, Unterwelt, ein Schattenreich, in dem Scheinexistenzen nur den Widerschein ihrer Bestimmung aufhuschen sehen: den Abglanz des Wahren, Guten und Schönen.Das Kapitel erzählt von der Geburt der Philosophie - und davon, wie das Denken fort
Philosophie der Maschine 8
Das Kapitel beschäftigt sich mit der Geburt der pythagoräischen Mathematik - oder genauer: damit, auf welche Weise die Mathematiker dem Delir der Unendlichkeit verfallen.Karneval. Jedes mathematische Kalkül hat eine merkwürdige karnevaleske Seite, in jenem altmodischen Sinne, da man dem Leben das Fleisch entzieht. So wie die Töne der Musik vom Klangkörper abstrahieren, löst sich die Formel von der
Im Gespräch mit ... Karl-Heinz Brodbeck
Mit Karlheinz Brodbeck über Geld zu reden, bedeutet, dass man sich zwangsläufig über die blinden Flecke der Ökonomie unterhält. Das mag daran liegen, dass man es hier mit einem Denker zu tun hat, der ein großes Sensorium für die Philosophie, aber auch für den Buddhismus an den Tag legt – weswegen das Gespräch, wie zwangsläufig, immer auch Fragen berührt, welche die Weisheit der „Wirtschaftsweisen“
Im Gespräch mit ... Nahlah Saimeh
Wenn das Leben farbig wird, so rührt dies von den Zwischentönen her, dem, was, zwischen Schwarz und Weiß oszilliert. Und deswegen ist der beste Gesprächspartner, mit dem man über die Abgründe der menschlichen Psyche nachdenken kann, jemand, der diese Spannung selbst in sich trägt. Und schon aus diesem Grund war ich höchst fasziniert, Nahlah Saimeh, die sich als forensische Psychiaterin einen Namen
Im Gespräch mit ... Klaus Vondung
Wie gestaltet sich ein Gespräch über die Apokalypse? Wie könnte es anders sein? Heiter. Denn wenn man sich nicht im mysterium tremendum ergeht, in Heulen und Zähneklappern, zeigt sich, dass die Apokalypse ein intellektuell höchst anregendes Feld ist – und weil man sich hier keine göttliche Offenbarung, sondern Aufklärung über die sonderbaren Windungen der menschlichen Psyche erhofft, ist der Liter
Im Gespräch mit ... Hans Ulrich Gumbrecht
Wenn Hans Ulrich Gumbrecht zu den Ausnahmeerscheinungen seiner Zunft gehört, so deswegen, weil man es mit einem Intellektuellen zu tun bekommt, der keine Zukunfts-Berührungsfurcht kennt – weswegen er für die FAZ und die NZZ lange eine Außenposten dargestellt hat: Unser Mann im Silicon Valley. Dabei geht der Ausgangspunkt unseres Gesprächs weit in die Geschichte zurück: zu seiner Studie über den an
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